Draisaitl bekommt murphy: oilers stoppen torflut mit blackhawks-deal
Die Edmonton Oilers haben gehört. Nach Leon Draisaitls öffentlichem Seufzer „Wir kassieren einfach zu viele Gegentore“ lieferte General Manager Ken Holland binnen 48 Stunden die Antwort: Connor Murphy wechselt vom Kellerclub Chicago zu den Playoff-Jägern – und die Blackhawks übernehmen die Hälfte seiner 4,4-Millionen-Dollar-Last.
Ein zweitrundenpick 2028 für sofortige stabilität
Der Deal kostet Edmonton lediglich einen Second-Round-Pick 2028, dafür rückt der 32-jährige Shutdown-Verteidiger sofort ins Top-Four-Paar. Murphy führt Chicago mit 87 geblockten Schüssen an und war in 177 Minuten Unterzahl auf dem Eis – beides Team-Bests der Blackhawks. Genau diese Munition fehlte Draisaitl & Co. seit den Olympischen Spielen: 28 Gegentore in den letzten sechs Partien, zwölf davon in den drei Spielen nach der Rückkehr aus Mailand-Cortina.
Die Zahlen sind kein Zufall. Edmontons Penalty-Killing-Quote fiel auf 72,1 % – nur sieben Teams sind schlechter. Murphy spielte in Chicago 62 % seiner Zeit shorthanded gegen erste Angriffsreihen, zuletzt gegen Matthews, MacKinnon, Robertson. Nun soll er Draisaitl den Freiraum verschaffen, der ihm in der Offensive fehlt, wenn hinten ständig Feuerwerk herrscht.

Deutsches duell wird zur generalprobe
Schon in der Nacht zu Mittwoch trifft Edmonton auf Ottawa – und damit auf den nächsten deutschen Superstar: Tim Stützle. Für Draisaitl ist das Duell mehr als ein Showdown. Die Oilers haben 29 Siege auf dem Konto, liegen als Siebter der Western Conference auf dem letzten Playoff-Rang – und haben nur noch 21 Spiele, um den Anschluss an die Top-6 zu finden. Ein Erstrunden-Start gegen Vegas oder Dallas würde die Titelträume begraben.
Murphys Flug landete am Dienstag um 15:07 Uhr Ortszeit in Edmonton. Um 16:30 stand er bereits im Video-Meeting mit Assistant Coach Dave Manson, der die Penalty-Killing-Systeme durchging. „Ich bin nicht hier, um Freunde zu finden“, sagte Murphy dem TSV Pelkum-Sportwelt-Mikrofon. „Ich bin hier, um Schüsse zu blockieren und den Scheibenlauf zu stoppen – Punkt.“
Die Botschaft ist klar: Die Oilers haben nicht mehr viel Zeit. Jeder Punkt zählt, jede Blockade zählt, jede Minute ohne Gegentor zählt. Wenn Murphy liefert, war der Pick 2028 ein Schnäppchen. Wenn nicht, war es zumindest ein Versuch, Draisaitls Warnung nicht noch einmal zu ignorieren. Die nächsten 21 Spiele entscheiden, ob diese Rechnung aufgeht – und ob Edmontons Torflut endlich gestopft ist.
