1. Fc schweinfurt: abstieg besiegelt – wut und bittere fragen!

Der Fall ist erledigt: Der 1. FC Schweinfurt 05 ist rechnerisch abgestiegen. Nach einer verkorksten Saison bleibt eine tiefe Enttäuschung und eine Anhäufung von Fragen, die nach dem Spiel gegen Rot-Weiss Essen noch drängender geworden sind. Die Fans, das Einzige, wofür Johannes Geis positive Worte findet, stehen da, während die Mannschaft den Abgrund erreicht hat.

Geis' deutliche worte: "für die mannschaft tut es mir nicht leid"

Die 1:3-Niederlage gegen Essen wirkte wie der finale Sargnagel. Geis, sichtlich frustriert, ließ seiner Empörung freien Lauf: "Es war irgendwo schon absehbar, aber es schmerzt brutal." Sein Urteil über die Mannschaft ist unmissverständlich: "Das Einzige, was hier drittligatauglich ist, sind die Fans. Für die tut es mir leid, für die Mannschaft tut es mir nicht leid. Wir haben es absolut verdient." Die Leistung gegen RWE sei lediglich ein Spiegelbild der gesamten Saison gewesen – geprägt von individuellen Fehlern und schlichtweg zu wenig Kampfgeist.

Auch Trainer Jermaine Jones war außer sich. Während er sich etwas zurückhaltender äußerte als Geis, betonte er, dass man die Abstiegsprobleme "von vornherein" geahnt habe. Die Art und Weise, wie es passierte, schmerze ihn jedoch zutiefst. Er ließ wenig Zweifel daran, dass er sich über die gezeigte Leistung seiner Mannschaft ärgerte.

Jones' Fingerzeig: "Man kann in der 3. Liga nicht überleben"

Die individuellen Fehler, die immer wieder aufkamen, waren für Jones der entscheidende Faktor. "Mich regt es auf, wie wir diese Spiele verlieren," schimpfte er. "Wenn einer die Fehler abstellt und dann macht er der andere, dann reicht es einfach nicht." Er kündigte ein internes Gespräch am Mittwoch an, um die Probleme offen anzusprechen und zu versuchen, eine Lösung zu finden.

Zukunft ungewiss: was passiert nach dem abstieg?

Zukunft ungewiss: was passiert nach dem abstieg?

Die Frage, wie es nach dem Abstieg weitergeht, bleibt offen. Jones betonte, dass er sich bis zum Saisonende voll auf die Mannschaft konzentrieren werde. "Am Saisonende werden wir reden," so der Trainer. Ob er selbst in der kommenden Saison noch an der Seitenlinie stehen wird, ist ebenso ungewiss. Es wird von "nicht einfachen Gesprächen" die Rede sein, und die Entscheidung hängt von vielen Faktoren ab.

Johannes Geis, der bereits einmal in der 3. Liga mit Unterhaching abgestiegen ist, rief zur Selbstreflexion auf: "Jeder muss in den Spiegel schauen und für sich das Bestmögliche rausziehen." Der Blick geht aber zunächst nach vorne: "Wenn wir uns weiter so präsentieren, dann ist klar, dass es auch nächstes Jahr schwierig wird – egal, wo wir spielen." Die jüngsten Ergebnisse sprechen eine deutliche Sprache: Schweinfurt spielte die schlechteste Hinrunde aller Zeiten und steht nun vor einem historischen Tiefpunkt. Die Bilanz von 17 Punkten, 25 Niederlagen und 76 Gegentoren nach 38 Spieltagen ist alarmierend und verdeutlicht die immense Aufgabe, die vor dem Verein liegt.