Spanien: sportindustrie schreibt rekorde – fitnessboom treibt wachstum an!

Madrid – Die spanische Sportindustrie hat 2024 neue Höhen erreicht und einen historischen Umsatz von 21,604 Milliarden Euro verzeichnet. Das entspricht einem beeindruckenden Anstieg von 3,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr und unterstreicht die zunehmende Bedeutung von Sport und Fitness als Wirtschaftsfaktor.

Der boom im fitnessbereich: mehr als nur gewichte und laufbänder

Der boom im fitnessbereich: mehr als nur gewichte und laufbänder

Während die traditionellen Sportarten und die Bundesliga weiterhin eine tragende Rolle spielen, ist es vor allem der Fitnessbereich, der das Wachstum maßgeblich ankurbelt. Die Zahl der Menschen, die regelmäßig Sport treiben, steigt stetig an: Über die Hälfte der Bevölkerung (52,5 Prozent) bewegt sich wöchentlich, und 32,4 Prozent nehmen an Sportveranstaltungen als Zuschauer teil. Diese Entwicklung spiegelt sich auch in den Umsatzzahlen wider.

Besonders stark zeigten sich die Gestaltungsfirmen für Sportanlagen und Fitnessstudios. Mit einem Anstieg von 11,2 Prozent bzw. 13,2 Prozent übertrafen sie das Wachstum der Clubs und des Einzelhandels deutlich. GO fit, Basic-Fit und VivaGym profitierten von dem Trend zu individuellen Trainingsplänen und dem Wunsch nach einem aktiven Lebensstil. Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Der Fitnesssektor ist nicht mehr wegzudenken.

Die Clubs behalten ihre Relevanz, aber der Trend ändert sich: Die Sportvereine generieren zwar weiterhin einen großen Teil der Umsätze (33,5 Prozent, bzw. 7,2358 Milliarden Euro), ihr Anteil am Gesamtumsatz ist jedoch im Vergleich zu 2019 leicht gesunken. Der Einzelhandel hält sich mit 7,531 Milliarden Euro (30,4 Prozent) auf einem Niveau vor der Pandemie. Allerdings sind es die Kombination aus Clubs, Marken, Shops und E-Commerce, die den Großteil der Umsätze ausmachen.

Es gibt allerdings auch einen Lichtblick für die Hersteller von Fahrrädern. Trotz eines Rückgangs von 5 Prozent bei den Fahrradverkäufen im Vergleich zum Vorjahr, war 2024 immer noch das zweitbeste Jahr in der Geschichte der Branche. Die Hersteller von Sportartikeln mussten hingegen einen stärkeren Rückgang von 6,9 Prozent hinnehmen.

Die Fitnessgewohnheiten der Spanier haben sich ebenfalls gewandelt. Besonders beliebt sind Gymnastik (26,5 Prozent) und Krafttraining (13,5 Prozent). Diese Trends zeigen, dass der Sport im Alltag immer mehr Raum einnimmt und ein wichtiger Bestandteil der spanischen Kultur geworden ist.

Allerdings gibt es auch einen Schattenseiten: Obwohl der Sportsektor insgesamt floriert, haben die Beschäftigungszahlen noch nicht das Niveau von 2019 erreicht. Damals waren noch 211.775 Menschen in der Sportbranche angestellt, verglichen mit 198.385 im Jahr 2024. Dennoch ist das Bruttoergebnis der Sportunternehmen mit 2,527 Milliarden Euro das höchste seit Beginn der Aufzeichnungen – ein deutliches Zeichen für die wirtschaftliche Stärke des Sektors.

Die Sportindustrie in Spanien hat bewiesen, dass sie nicht nur ein wichtiger Wirtschaftsfaktor ist, sondern auch einen wesentlichen Beitrag zur Gesundheit und zum Wohlbefinden der Bevölkerung leistet. Die Kombination aus wachsendem Fitnessboom, traditionellen Sportarten und einer florierenden Sportveranstaltungsszene verspricht eine weiterhin erfolgreiche Zukunft. Die Frage ist nicht, ob der spanische Sport seine Erfolgsgeschichte fortsetzen wird, sondern wie schnell und in welchem Ausmaß.