Laso academy liefert: 15-jähriger echezuria stiehlt die show bei u17-wm
Die Laso Academy hat es wieder getan. Während andere Nachwuchsprogramme Jahrzehnte brauchen, um Spitzenspieler zu formen, schickt Pablo Lasos Maschinerie nach nur vier Saisons schon die nächste Generation aufs Parkett. Aktuell in der Türkei: das U17-Weltmeisterschafts-Turnier, wo zwei ihrer Schützlinge für Furore sorgen. Doch einer überstrahlt selbst die hochgelobten serbischen Talent.
Matija lukic: debüt mit 16, jetzt serbischer hoffnungsträger
Der Casademont Zaragoza-Profi ist kein Unbekannter mehr. Im Januar stand er gegen den FC Barcelona bereits in der Liga Endesa auf dem Feld. Im November zuvor hatte er in Europa sein Debüt gefeiert – als drittjüngster Spieler der Vereinsgeschichte, nur hinter Carlos Alocén und Felipe Mínzer. Jetzt trägt Lukic die serbische U17-Auswahl: 11,5 Punkte pro Spiel, 3,5 Rebounds, zwei Assists. Der Barça-Juwel Kusturica liegt knapp vor ihm in der Team-Statistik.
Seine Gruppe D? Hartes Brot. Ein Sieg gegen Venezuela, eine Niederlage gegen Australien. Doch Lukic liefert, wie er es seit seinem Wechsel von der Laso Academy nach Aragón gewohnt ist.

Chris echezuria: der 2011er, der gegen ältere spielt
Hier wird es verrückt. Echezuria ist der einzige Spieler des gesamten Turniers, der 2011 geboren wurde. Mit 15 Jahren. Er hätte theoretisch zwei Altersklassen tiefer antreten dürfen. Stattdessen dirigiert er das venezolanische Team – und stiehlt dabei buchstäblich den Ball.
3,5 Steals pro Spiel. Damit liegt der Point Guard auf Platz drei des gesamten Turniers. Gegen Serbien servierte er sieben Assists, dazu acht Punkte. Die Zahlen sprechen eine klare Sprache, doch die Geschichte dahinter ist es, die den Nackenhaare aufstellt.
„Ich begann mit sechs Jahren in Venezuela, meinem Land. Mit acht sah mich ein spanischer Agent, Salva Méndez. Er sagte, ich hätte Talent. Er kontaktierte meine Eltern und brachte mich schließlich nach Spanien. Volles Stipendium, alles inklusive. Ich bin ihm sehr dankbar. Das ist meine Geschichte“, erzählte Echezuria zu Saisonbeginn. Der Grund seiner Spielweise? „Ich will Spaß auf dem Court haben. Ein Spiel ohne Spaß ist nichts.“

Warum diese wm mehr als nur nachwuchsball ist
Pablo Laso hat in Madrid etwas gebaut, das selten ist: eine echte Talentfabrik ohne Schnickschnack. Joaquín Taboada, Keita, Axel Laso – die U22-Liga war erst der Auftakt. Jetzt folgt die internationale Bühne. Die Methode? Strikte technische Ausbildung gepaart mit früher Professionalisierung.
Lukic spielt schon Erstligabasketball. Echezuria kämpft mit Schulkindern gegen Weltklasse-Jugendliche. Beide kamen über dieselbe Pipeline. Die Laso Academy liefert nicht nur Spieler, sie liefert Spieler, die früher bereit sind als der Markt es erwartet.
Für Zaragoza bedeutet das: Lukic ist kein Zukunftsprojekt mehr, sondern Gegenwart. Für Echezuria könnte der Weg ähnlich verlaufen – sofern die europäischen Scouts den 15-Jährigen nicht schon jetzt unter die Lupe nehmen. Die Türkei ist sein Schaufenster, ob er will oder nicht.
Die serbische Auswahl kämpft ums Viertelfinale. Venezuela steht mit zwei Niederlagen am Abgrund. Doch für die Laso Academy zählt ein anderes Ergebnis: zwei ihrer Absolventen auf einer Weltbühne, beide überzeugend, einer historisch jung. Das ist keine Entwicklung mehr. Das ist Serie.
