Spanien im glück: überraschend solider start im wm-kampf!
Spanien hat sich in die K.o.-Runde der Weltmeisterschaft vorgearbeitet, und das mit einer beeindruckenden defensiven Stabilität, die an glorreiche Zeiten erinnert. Doch der Weg dorthin war alles andere als ein Spaziergang – ein schwaches Spiel gegen Uruguay ließ viele Fragen offen.
Die abwehr hält, die offensive patzt
Drei Spiele, drei Mal ungeschlagen und vor allem: drei Mal ohne Gegentor. Das ist eine Bilanz, die im WM-Jahr 2010, als Spanien den Titel gewann, fast schon magisch wirkte. Damals baute das Team seine Dominanz auf einer nahezu unüberwindlichen Defensive auf. Ob diese aktuelle Mannschaft diesen Geist wieder aufleben lassen kann, bleibt abzuwarten. Gegen Uruguay war es jedenfalls ein müder, zäher Kampf, den Spanien letztendlich dank einer praktischen, wenn auch wenig ansprechenden Leistung für sich entschied.
Die Notiz, die wirklich Gewicht hat, findet sich in der Hintermannschaft. Cabo Verde, Saudi-Arabien und nun Uruguay – alle scheiterten daran, den spanischen Kasten zu knacken. Das ist mehr als nur eine statistische Kuriosität; es ist ein Zeichen für eine Rückbesinnung auf die Basics. In der WM geht es nicht um ästhetischen Fußball, sondern um Ergebnisse. Und Spanien scheint das verstanden zu haben.
Uruguay hingegen präsentierte sich in einem Zustand der Verzweiflung. Die Spieler schienen mehr mit internen Konflikten als mit dem Spiel selbst beschäftigt zu sein. Statt Fußball wurde ein Kampf auf dem Platz geführt, der dem Niveau des modernen Fußballs in keiner Weise gerecht wurde. Der historische Misserfolg, den Cabo Verde mit dem Gewinn des zweiten Platzes im Gruppenspiel bescherte, ist ein Schlag ins Gesicht für die uruguayische Fußballnation.

Musleras albtraum und llorentes glanz
Für Torhüter Fernando Muslera war es ein Weltmeister-Debakel. Nach Fehlern gegen Saudi-Arabien und Cabo Verde leistete er sich gegen Spanien einen weiteren Patzer und bat bereits zur Halbzeit um den Wechsel. Mit 40 Jahren stand Muslera vor dem Ende seiner Karriere, ein Ende, das er sich wohl anders vorgestellt hatte. Seine Leistung war schlichtweg inakzeptabel: langsam, unsicher, zerbrechlich. Ein trauriger Abschied eines uruguayischen Idols, der von den eigenen Fans ausgebuht wurde.
Ein Lichtblick im spanischen Team war hingegen Marcos Llorente. Während Dani Carvajal fehlt, um mit seinen Offensivaktionen das Spiel zu entscheiden, liefert Spanien mit Llorente und Pedro Porro zwei solide und zuverlässige Außenverteidiger, die selten Fehler machen. Llorente war gegen Uruguay schlichtweg der beste Mann auf dem Platz – ein Kämpfer, der jede Rolle akzeptiert und jeden Einsatz zu einer Demonstration von Verantwortung macht. Ein Spieler, den jeder Trainer gerne im Team haben möchte.

Uruguays eskalation und valverdes frust
Uruguay trat gegen Spanien in einer unfassbaren Anspannung an. Die Spieler lieferten sich in der zweiten Halbzeit einen regelrechten Kampf, der die Grenzen des sportlich Erlaubten sprengte. Canobbio, Sanabria und Bentancur gingen hart mit Merino, Rodri, Pedri, Cubarsí, Oyarzabal und Nico ins Gericht. De la Fuente reagierte mit schnellen Wechseln, doch kaum jemand blieb unbeschadet. Canobbio sah schließlich die rote Karte.
Die Entscheidung von Trainer Bielsa, Valverde in der 56. Minute auszuwechseln, war ein Signal der Verzweiflung. Der Kapitän und Starspieler verließ den Platz ohne Blickkontakt zu seinem Trainer, während sich Bielsa im Sitzbereich demonstrativ zurückzog. Gerüchte über einen Putschversuch im uruguayischen Team kursierten bereits, und es scheint, als ob Bielsa seine Rache übte. Obwohl Valverde ein gutes Spiel ablieferte, endete sein WM-Traum abrupt.

Spanien hält die null und yamal kämpft
Spanien kann auf eine beeindruckende Serie von vier Spielen ohne Gegentor in WM-Turnieren verweisen. Unai Simón steht seit fast 300 Minuten ohne Gegentor im Tor – eine beachtliche Leistung, die an die Zeiten unter Luis Enrique erinnert. Lamine Yamal, der junge Star der spanischen Nationalmannschaft, versuchte zwar sein Glück, wurde aber von einer übermächtigen uruguayischen Abwehr neutralisiert. Es war ein Kampf David gegen Goliath, den Yamal zwar mit Leidenschaft führte, aber letztlich nicht gewinnen konnte.
Ferran Torres verpasste es einmal mehr, seine Chance vor dem Tor eiskalt zu nutzen und traf den Querbalken. Er bewegt sich zwar gut, aber seine Treffsicherheit lässt zu wünschen übrig. Vielleicht bewahrt er sich seine Tore für die K.o.-Runde auf…
Die Frage ist nun: Kann Spanien diese defensive Stabilität beibehalten und gleichzeitig seine Offensive wiederbeleben? Die Antwort wird entscheidend sein, wenn es in den K.o.-Runden gegen stärkere Gegner geht. Denn eines ist klar: In der WM zählt nur der Sieg – egal wie er aussieht.
