Zverev: stich sieht titelchancen – aber warnt vor fritz-trauma

Alexander Zverev hat in Wimbledon schon immer Federn verloren. Doch dieses Jahr könnte alles anders sein. Der frühere Wimbledon-Sieger Michael Stich glaubt, dass der geborene Berliner nach seinem French Open-Triumph nun auch auf dem Rasen ernstzunehmender Titelkandidat ist – allerdings mit einem gewissen Vorbehalt.

Der mentale faktor: selbstvertrauen ist trumpf

„Er hat jetzt seinen Grand Slam gewonnen. Das gibt ihm Selbstvertrauen und die Leichtigkeit, die er braucht“, erklärte Stich im Rahmen einer Presserunde für Prime Video. Stich sieht Zverevs Problem weniger im Tennis selbst, sondern vielmehr im Kopf. „Er kann mit allen mithalten. Er muss nur an sich glauben und Bock darauf haben.“ Die bisherigen Wimbledon-Auftritte des 29-Jährigen waren alles andere als überzeugend. Das Achtelfinale war sein bestes Ergebnis, im vergangenen Jahr schied er bereits in der ersten Runde aus.

Die Tatsache, dass Zverev als Major-Gewinner ins Turnier startet, verändert die Situation laut Stich grundlegend. „Das macht einen Riesenunterschied.“ Sein Erstrundenmatch gegen Alexander Blockx sollte eine vermeintlich leichte Aufgabe sein, doch Stich weiß, dass man in Wimbledon nie etwas als selbstverständlich betrachten darf.

Fritz-albtraum: die vergangenheit lastet schwer

Fritz-albtraum: die vergangenheit lastet schwer

Doch der Blick richtet sich bereits auf die möglichen späteren Gegner. Im Viertelfinale könnte der frühere Wimbledon-Finalist Taylor Fritz auf Zverev warten. Hier sieht Stich die größte Herausforderung für den Deutschen. „Gegen Fritz, der sehr ähnliches Tennis spielt, sind es immer Nuancen“, so Stich. Die letzten sieben Duelle gegen den US-Amerikaner hat Zverev verloren – eine Niederlagenserie, die vor einem Jahr genau an dieser Stelle, im Wimbledon-Achtelfinale, begann.

„Sobald du einen Funken eines Zweifels hast, dass du gewinnen kannst, wirst du wahrscheinlich nicht als Sieger hervorgehen“, mahnt Stich. Er hofft, dass Zverev diese mentalen Blockaden überwinden kann. „Er ist der bessere Spieler, er hat einen Grand Slam gewonnen, Fritz nicht.“

Die rasen-herausforderung: anpassung ist alles

Die rasen-herausforderung: anpassung ist alles

Um auf dem Rasen erfolgreich zu sein, müsse Zverev sich anpassen, so Stich. „Er muss lernen, sein Spiel diesem Rasen anzupassen. Und sich ein bisschen mehr darauf einzulassen, was der Rasen von einem abverlangt.“ Der Versuch, auf Rasen wie auf Sand zu spielen, sei zum Scheitern verurteilt. Stich wünscht sich, dass Zverev mit neuem Selbstvertrauen, Kreativität und Freude ans Netz geht. „Es einfach laufen lassen.“

Die Wimbledon-Geschichte lehrt: Selbstvertrauen, mentale Stärke und die Fähigkeit, sich anzupassen, sind auf dem heiligen Rasen der Church Road oft wichtiger als jedes technische Können. Ob Zverev diese Lektion gelernt hat, wird sich in den kommenden Tagen zeigen. Aber eines ist klar: Die Vergangenheit ist nicht vergessen, aber sie muss nicht zwangsläufig die Zukunft bestimmen.