Spalletti dreht durch: juve-sturm wird zur räuberbande – nur david und openda sitzen draußen
Der Sturm der Juventus ist ein Karussell geworden, auf dem sich jeder einschwingt – nur nicht die beiden, die dafür gebaut wurden. In Udine standen Jonathan David und Loïs Openda wieder am Rand, während Luciano Spalletti wild durch seine Karten mischt. Der Plan, ohne echten Neuner auszukommen, funktioniert halb: Punkte kommen, aber Tore fehlen.
David und openda: talentierte zuschauer
David, für viele ein „10er mit Torriecher“, lief in der Nachspielzeit mal wieder nur ein paar Meter, bevor er zurück auf die Bank blickte. Openda? Kam gar nicht. Der belgische Spurtjäger passt nicht ins Spalletti-System, das momentan die gegnerische Abwehr hoch und kompakt erwartet – kein Raum für seine Tiefe. Beide sind zu Spezialisten für die Rolle, die es gerade nicht gibt.
Stattdessen probierte Spalletti gegen Udinese schon wieder einen neuen falschen Neuner: Kenan Yildiz. Der 19-Jährige wurde in den ersten 30 Minuten von den Friulanern weggeschubst wie ein Flugblatt. Erst als er zurück auf die linke Außenbahn rutschte, fand Juve Anschluss. Das Tor fiel trotzdem, weil McKennie und Koopmeiners sich kurzerhand selbst in die Box stellten – Mittelfeldspieler, die plötzlich als Luftschlösser agieren.
Die Statistik ist gnadenlos: Seit fünf Pflichtspielen traf kein nomineller Stürmer für Juve. Die Tore kommen von Flügeln, Rückraum, Standards. Spalletti feiert das als „flexible Offensive“, doch intern wächst die Unruhe. Die Verantwortlichen hatten David und Openda geholt, um genau diese Lücke zu schließen. Nun sitzen sie zwischen den Stühlen – zu langsam für die Tiefe, zu ungeduldig für den Aufbau.

Vlahovic-rückkehr soll kurs korrigieren
Rettung könnte bald kommen: Dusan Vlahovic trainiert wieder mit der Gruppe. Gegen Sassuolo will Spalletti ihn „mindestens 45 Minuten“ bringen. Die medizinische Abteilung drängt, weil die Belastung für Yildiz und die improvisierten Neuner sonst zu hoch wird. Ein echter Target-Player würde sofort die Anzahl der Zweikämpfe in der Box erhöhen – momentan steht Juve in dieser Kategorie nur auf Rang 13 der Liga.
Doch selbst mit Vlahovic bleibt ein Problem: David und Openda müssen sich neu erfinden. Spalletti verlangt von seinen Angreifern, zwischen den Linien zu verschwinden und sofort wieder aufzutauchen – ein Dauerwechselbad. Wer nur Spitze spielt, ist raus. Wer nur mitläuft, auch. Die beiden Neuen lernen gerade, dass „Neuner“ bei Juve 2026 ein Synonym für „Alleskönner“ ist. Bis sie das verinnerlichen, rotieren sie weiter auf der Bank.
Die nächsten Wochen entscheiden, ob Spalletti mit seinem Chaos-Experiment in die Champions-League einzieht oder ob der Sturm-Mief die Saunde versaut. Die Tabelle lügt nicht: Juve schießt 1,4 Tore pro Spiel – der schwächste Wert der Top-Sechs. Wenn Vlahovic nicht liefert, wird Spalletti bald einen neuen falschen Neuner brauchen. Vielleicht probiert er es ja mit Bremer als Libero-Target-Player. Bei dieser Juve wäre nichts mehr verrückt.
