Kinsky-aus im 17. minute: spurs-debakel wird zur social-media-tragödie

Zwei Fehler, drei Gegentore, 17 Minuten. Antonin Kinsky erlebte im Metropolitano nicht sein Champions-League-Comeback, sondern einen Albtraum in Echtzeit. Trainer Igor Tudor zog den Tschechen schon früh zurück – und löste eine Welle der Solidarität aus.

Die zahlen, die kinsky verfolgen werden

0:3 stand es, als Tudor die Wechseltaste drückte. Die Expected-Goals-Quote der ersten 15 Minuten: 0,07 für Atlético – trotzdem lagen die Spurs unter. Zwei abgefälschte Schüsse landeten durch Kinskys Fehleinschätzungen im Netz. Die spanische Presse spricht vom „peor debut posible“, dem schlimmsten Debüt überhaupt. Doch die Geschichte nimmt eine Wendung.

Kaum im Tunnel, bekam der 23-Jährige Applaus von den eigenen Fans und sogar von gegnerischen Ultras. Die Videos gehen viral: Verteidiger Cristian Romero schirmt Kinsky ab, Son Heung-min klatscht ab – ein Bild von Rückhalt, das Tottenham in den sozialen Netzwerken sofort verbreitete. Kurz darauf postet Kinsky auf Instagram: „Vom Traum zum Albtraum und zurück. Danke für eure Nachrichten, wir sehen uns.“

David de Gea, Stammkeeper von Fiorentina, twittert: „Wer nie im Tor stand, weiß nicht, wie schwer diese Position ist. Kopf hoch, du wirst zurückkommen.“ Die Botschaft erreicht binnen Stunden 1,2 Millionen Accounts. Auch Atlético-Keeper Jan Oblak schaltet sich ein: „Respekt, dass du weitermachst. Das ist der wahre Sport.“

Tudors riskante rechnung und ihre folgen

Tudors riskante rechnung und ihre folgen

Der Kroate hatte Vicario auf der Bank gelassen, weil dessen Passquote in den letzten fünf Liga-Spielen bei 71 % lag – sieben Prozent unter Ligaschnitt. Kinsky sollte mit Fußballglück das Spiel vom Keeper aus eröffnen. Statistisch klingt das nachvollziehbar, menschlich wurde es zur Katastrophe. Tottenham verliert am Ende 1:4, die Rückspiel-Aufgabe rückt in ferne Ferne.

Die Londoner stehen vor einem Dilemma: Vicario wieder zwischen die Pfosten, das Selbstvertrauen des Tschechen riskieren? Oder Kinsky sofort zurückstampfen und damit die ohnehin brisante Torwart-Rotation weiter befeuern? Sportchef Scott Munn muss bis Montag Antwort liefern, dann steht das Liga-Spiel gegen Newcastle an.

Eines steht fest: Die 17 Minuten in Madrid werden Kinsky nicht definieren. Die Community hat das Kommando übernommen, die Fans buchen bereits Tickets für das Rückspiel – nicht, um zu buhen, sondern um Kinsky zu tragen. Wenn er dann aufläuft, wird das Metropolitano erneut toben. Diesmal hoffentlich für seine Parade, nicht für seine Tränen.