Southampton wirbelt 50 jahre nach dem pokal-märchen wieder den fa cup durcheinander
Tonda Eckert hat keine Zeit für Nostalgie. Zweitliga-Aufsteiger Southampton schlägt Fulham 1:0, steht im Viertelfinale – und der 33-jährige Deutsche redet lieber von der Championship-Tabellensituation als von 1976.
Die Zahl, die alles erklärt, lautet 10. Zehn Pflichtspiele hat der FC Southampton nicht verloren, seit der interne B-Junior-Coach im Dezember die Profis übernahm. Sieben Siege, drei Remis, null Niederlagen. Die jüngste: ein 1:0 am Sonntagabend im Craven Cottage gegen Bernd Leno und den FC Fulham. Der Zweitligist schickt einen Premier-League-Klub nach Hause, kassiert 120.000 Pfund Prämie und darf weiter vom Wiederaufstieg träumen.

Der pokal ist nebensache – der pokal ist plötzlich realität
Technischer Direktor Johannes Spors schmunzelt trotzdem nicht. „Wir genießen das genau 24 Stunden, dann schauen wir auf die Tabelle.“ Southampton liegt vier Spieltage vor Saisonende auf Rang drei, zwei Punkte hinter Sheffield United. Die direkte Rückkehr in die Premier League ist greifbar. „Der Pokal ist schön, aber er wird uns nicht den Aufstieg finanzieren. Der Aufstieg finanziert den Pokal“, sagt Spors.
Eckert selbst erinnert sich lieber an die Halbzeitansprache als an den Endstand. „Ich habe den Jungs gesagt: Wer heute nicht läuft, fliegt raus – egal wie die Uhr steht.“ Die Mannschaft lief. Fulham dominiert 62 Prozent Ballbesitz, schießt 17 Mal, trifft kein einziges Mal. Southampton setzt vier Konter, einer sitzt. Sekunde 78, Adam Armstrong, 1:0. Die Gästeecke tobt, Eckert bleibt stumm, notiert sich Laufwege.
50 Jahre nach dem Wembley-Sieg gegen Manchester United steht Southampton wieder im Viertelfinale. Das ist kein Zufall mehr, das ist ein Plan, der aufgeht. Sportvorstand Landsmann Sports holte Spors im Februar 2025, der wiederum Eckert beförderte. „Wir wollten jemanden, der die DNA des Vereins kennt und trotzdem keine Angst hat, Stars auf die Bank zu setzen“, sagt Spors. Eckert setzt Kapitän Jack Stephens auf die Bank, bringt 19-jährige Talente. Die Bank jubelt trotzdem.
Am Mittwoch gastiert Sheffield Wednesday im St Mary’s. Drei Punkte, und der dritte Platz ist wahrscheinlich gesichert. Dann könnte der FC Southampton tatsächlich zwei Wochen später im Wembley stehen – und Eckert würde immer noch lieber über die Away-Ticket-Allokation reden als über 1976. Weil er weiß: Erst der Aufstieg, dann die Legende. Die Uhr tickt, die Serie lebt, das Märchen wartet auf den Taktgeber.
