Soulé kehrt zurück: kann er die roma zum champions-league-platz schießen?

Mailand – Ein Mann, der fast zwei Monate lang im Schatten stand, steht vor seinem großen Comeback: Matías Soulé. Der argentinische Angreifer könnte bereits heute Abend gegen Inter Mailand eine Schlüsselrolle für die Roma spielen. Sein Wiederauftritt am Mailänder Meazza ist mehr als nur ein sportliches Ereignis; es ist eine potenzielle Trendwende für die Römer in der heißen Champions-League-Rennen.

Die leidensgeschichte und das comeback

Die Erinnerungen an Soulés letzten Einsatz sind bitter. Am 15. Februar, beim Auswärtsspiel gegen Neapel, wurde er von Trainer Gian Piero Gasperini eingewechselt, doch das Spiel verlief alles andere als wie erhofft. Eine hartnäckige Pubalgie bremste ihn aus, und Soulé wirkte frustriert. Das Ergebnis: eine frühzeitige Auszeit und eine medizinisch verordnete Pause. 49 Tage der Regeneration und intensiven Arbeit mit seinem persönlichen Betreuer, Claudio Viggiano, lagen dazwischen.

Doch nun, so scheint es, ist Soulé zurück. Gasperini selbst bestätigte gestern mit einem kaum verbergenen Lächeln: „Soulé hat sich erholt, in den letzten zwei Wochen hat er immer trainiert. Anfangs noch mit Schwierigkeiten, aber in dieser letzten Woche deutlich besser. Er ist wieder er selbst.“

Und das ist entscheidend. Denn wenn Soulé seine alte Form findet, gewinnt die Roma eine wertvolle Waffe – insbesondere, da ihr Leistungsträger Paulo Dybala weiterhin ausfällt. Statistisch gesehen macht der Unterschied deutlich: Mit Soulé auf dem Platz liegt die Roma im Schnitt bei 1,88 Toren pro Spiel (47 Punkte in 25 Spielen), ohne bei lediglich 1,40 (7 Punkte in 5 Spielen). Diese Zahlen sprechen eine deutliche Sprache.

Taktische kniffe und die frage der einsatzzeit

Taktische kniffe und die frage der einsatzzeit

Gasperini wird heute Abend eine taktische Gratwanderung hinlegen müssen. Wird er Soulé von Beginn an ins Spiel werfen, oder ihn als Joker in der zweiten Hälfte einsetzen? Wahrscheinlich wird er ihn zunächst nur bedingt belasten, da er noch nicht bei 100 Prozent seiner Fitness ist. Eine Staffelung mit Ricardo Karsdorp ist daher denkbar. Soulé wird seine Vorliebe für die rechte Seite ausleben können, wo er seine spielerischen Qualitäten am besten zur Geltung bringen kann, und das bei weitem besser als auf der linken Seite.

Seine Aufgabe wird es sein, Edin Džeko, der heute im Sturmzentrum der Nerazzurri steht, den Rücken freizuhalten. Die beiden haben eine ähnliche Spielweise und verstehen sich gut, was die Abstimmung zwischen Soulé und Mitspieler Donyell Malen angeht, ebenfalls entscheidend sein wird – die beiden haben bereits eine gute gemeinsame Basis geschaffen.

Soulé wird zwischen den Rollen des Trequartistas und der zweiten Spitze agieren, seine Position je nach Spielsituation anpassen und versuchen, die Schwächen von Alessandro Bastoni auszunutzen. Denn die Mailänder Defensive ist bekanntlich nicht immer stabil.

Die Erinnerung an das letzte Aufeinandertreffen ist noch frisch. Im April des vergangenen Jahres erzielte Soulé das entscheidende Tor, das der Roma den Sieg und damit die Hoffnung auf die Champions League bescherte – gleichzeitig kostete es Inter den Titel. Kann er diese Leistung wiederholen?

Die Antwort wird uns heute Abend am Meazza gegeben. Denn eines ist klar: Mit einem starken Soulé hat die Roma deutlich bessere Chancen, die drei Punkte mitzunehmen und ihren Platz in der Spitzengruppe der Serie A zu festigen.