Snooker-wm: 100 minuten für einen frame – skandal um taktisches spiel!
Das Crucible Theatre in Sheffield erlebte am Wochenende eine Szene, die Snooker-Fans weltweit schockierte: Das Halbfinale zwischen Wu Yize und Mark Allen verzögerte sich in einem Frame auf unfassbare 100 Minuten – ein neuer Rekord und ein Affront gegen den Sport, so findet man in Fachkreisen.

Ein frame, der zur zerreißprobe wurde
Der 14. Frame der Partie entwickelte sich zu einem Albtraum für Zuschauer und Schiedsrichter. Eine ungünstige Position der schwarzen Kugel und die daraufhin von beiden Spielern bewusst in die Ecktaschen geschobenen verbliebenen roten Kugeln führten zu einer Lähmung des Spiels. Über 50 Minuten lang änderte sich die Anordnung der Bälle kaum – ein groteskes Sicherheitspiel, das die Zuschauer zunächst belustigte, dann aber zunehmend verärgerte.
Marcel Eckardt, der deutsche Schiedsrichter, musste mehrmals intervenieren, um die Fans zur Ruhe zu bringen und drohte schließlich mit einem Re-Rack, also dem Abbruch und der Wiederholung des Frames. Allen reagierte genervt auf diese Ankündigung und beging stattdessen ein Foul, das Wu Yize den entscheidenden Vorteil verschaffte. Die Taktik schien vollkommen aus dem Ruder gelaufen zu sein.
„Ich habe im Laufe der Jahre schon viel Snooker gesehen, aber an so etwas kann ich mich nicht erinnern“, kommentierte Neal Foulds, TNT-Sports-Kommentator, die Situation. Auch siebenfacher Weltmeister Steven Hendry zeigte sich schockiert: „Selbst wenn die schwarze Kugel versenkt wird, gibt es dann noch rote, die man versenken kann? Das ist die dunkle Seite des Snookers.“
Die Länge des Frames sprengte alle bisherigen Rekorde. Der bisherige Bestwert von einer Stunde und 25 Minuten, aufgestellt im Jahr 2022 von Yan Bingtao und Mark Selby, wurde um Längen übertroffen. Steve Davis, sechsfacher Weltmeister, fasste die Situation unmissverständlich zusammen: „Kurz gesagt: Dieser Rahmen ist eine Blamage für den Snookersport; und die Schiedsrichter sowie der Spielerverband müssen einen Weg finden, damit so etwas nie wieder vorkommt.“
Die Partie geht am Samstag beim Stand von 7:7 in die nächste Runde. Ob die Beteiligten aus diesem kuriosen Zwischenfall gelernt haben, bleibt abzuwarten. Eines ist jedoch klar: Dieses Halbfinale wird so schnell nicht in Vergessenheit geraten – und es wirft ein Schlaglicht auf die Notwendigkeit, die Regeln und die Spielweise im Snooker zu überdenken, um solche Lähmungen zukünftig zu vermeiden.
