Snooker-schock: bingham verpasst crucible erneut – youngster pullen überrascht!

Sheffield – Stuart Bingham, ehemaliger Snooker-Weltmeister, erlebte am gestrigen „Judgement Day“ erneut eine bittere Enttäuschung. Der 49-Jährige scheiterte in der Qualifikationsrunde an Matthew Stevens und verpasst damit zum dritten Mal in Folge den Einzug ins prestigeträchtige Crucible Theatre. Ein Paukenschlag hingegen: Der junge Engländer Liam Pullen katapultierte sich ins Hauptfeld.

Neues blut im snooker: pullen und kowalski sorgen für furore

Die Snooker-Welt staunt über die Leistungen zweier junger Talente. Liam Pullen, gerade mal 20 Jahre alt, setzte sich überraschend gegen den erfahrenen Thailänder Noppon Saengkham mit 10:8 durch. Dabei verwarf er die Chance auf einen historischen 147er-Break, ließ den entscheidenden schwarzen Ball aber knapp danebenliegen. Ein noch dramatischerer Verlauf bot sich im Match zwischen Jiang Jun und Stan Moody. Moody sicherte sich den Sieg mit drei Centurys in den letzten sechs Frames – ein fulminantes Finish im Decider (10:9).

Auch der Pole Antoni Kowalski darf von einem Traum wahr werden: Er bezwang Jamie Jones mit 10:8 und brach daraufhin in Tränen aus. „Ich weine fast nie, aber dieser Sieg bedeutet mir alles“, gestand Kowalski, dessen Tourkarte andernfalls gefährdet gewesen wäre. Seine Emotionen zeigten, wie viel dieser Triumph für ihn und seine Karriere bedeutet.

Vafaei zieht nach – stevens‘ comeback-hoffnungen schwinden

Vafaei zieht nach – stevens‘ comeback-hoffnungen schwinden

Hossein Vafaei, der Iraner mit dem außergewöhnlichen Talent, demonstrierte seine Klasse und zog souverän ins Hauptfeld ein. Nach einem schwachen Start mit 1:4 Rückstand gegen Gao Yang drehte er das Spiel mit neun Frames in Folge und sicherte sich einen klaren 10:4-Sieg. „Er ist ein unglaubliches Talent, wir trainieren oft zusammen“, lobte Vafaei seinen Gegner und fügte hinzu: „Ich spiele auch für mein Land. Die Rückkehr ins Crucible ist ein fantastisches Gefühl.“

Stevens‘ erfahrung reicht nicht aus

Stevens‘ erfahrung reicht nicht aus

Für Matthew Stevens, einstiger Finalist bei der Snooker-WM (2000 und 2005), war es eine gemischte Erfahrung. Obwohl er sich gegen Bingham entscheidend durchsetzen konnte, offenbarte er auch Schwächen. Bingham lag schnell mit 0:3 zurück, konnte aber bis 5:5 ausgleichen. Stevens’ Vorentscheidung gelang ihm dann durch vier Framegewinne in Reihe. „Ich habe noch einiges drauf, das habe ich heute bewiesen – das macht mich glücklich“, sagte Stevens nach dem Match. „Ich habe entspannt gespielt, und Stuart war heute einfach nicht in Topform, sonst hätte er mich geschlagen.“

Am Mittwoch stehen im English Institute of Sport in Sheffield die letzten acht Qualifikationsspiele an (live ab 12:00 Uhr bei HBO Max). Die Spannung ist kaum zu überbieten, denn für die verbleibenden Spieler geht es um alles.