Smiths fünfter anlauf zerplatzt – schwedens bundesliga-fraktion schrumpft vor dem polen-knaller

Wieder sitzt Eric Smith nur im VIP-Block, wieder fehlt ihm das Trikot mit der Nummer 13. Der 29-jährige Abräumer von St. Pauli verlässt das Nationalteam-Camp mit schmerzverzerrtem Gesicht – und der Playoff-Traum von Solna rückt in weite Ferne.

Die blessur kommt zum schlimmsten zeitpunkt

Keine fünf Tage vor dem Endspiel gegen Polen vermeldet der schwedische Verband lapidar: „Smith verlässt das Training vorzeitig, Einsatz ausgeschlossen.“ Kein Wort über Art oder Schwere der Verletzung. Doch die Körpersprache desMittelfeldsprechers verriet gestern alles: Er stapfte mit hängenden Schultern zum Teambus, die Hände tief in den Taschen vergraben. Es ist sein fünfter verpasster Länderspiel-Termin in Serie – vier vorherige Nominierte konnte er wegen Muskel- und Rippenproblemen nicht wahrnehmen. „Das war überhaupt nicht lustig“, hatte er bei einem Sponsorentag in Hamburg gesagt. Jetzt ist das Lachen endgültig verstummt.

Mit Smith verliert Trainer Graham Potter nicht nur einen defensiven Anker, sondern auch eine Führungspersönlichkeit, die in der Kälte von Solna die Pässe hätte verteilen sollen. Als Ersatz rückt Victor Eriksson von Hammarby IF nach – ein 25-Jähriger mit gerade einmal 90 Minuten A-Nationalmannschaftserfahrung. Auch Isak Hien von Atalanta muss passen, seine Oberschenkelzerrung zieht sich seit Wochen. Die Skandinavier stehen vor einem Abwehr-Puzzle ohne Kanten.

Die bundesliga-fraktion wird kleiner, der druck größer

Noch vertreten sind Daniel Svensson vom BVB, Hugo Larsson von Eintracht Frankfurt und Mattias Svanberg vom VfL Wolfsburg. Gemeinsam bringen sie 36 Länderspiele ein – ein erbärmlicher Schnitt von zwölf pro Kopf. Die polnische Seite dagegen reist mit Top-Stürmer Robert Lewandowski an, der in Barcelona 31 Saisontore vorzuweisen hat. Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Schweden hatte in den letzten 13 Monaten nur ein Clean Sheet – und das gegen Estland.

Für Smith bleibt die Frage, ob er je für Schweden aufläuft. Sein Vertrag in Hamburg läuft 2027 aus, doch die Konkurrenz im defensiven Mittelfeld wächst. Mit 29 Jahren tickt die Uhr lauter als je zuvor. Und die EM 2028 in England? „Ich werde nicht jünger“, sagte er kürzlich. Die Ironie: Je länger er wartet, desto größer wird die Last der Erwartungen – und desto schwerer der nächste Schritt aufs Feld.