Smith zieht sich muskelbündelriss zu – st. pauli muss in abstiegsnot auf abwehrchef verzichten
Eric Smith wird dem FC St. Pauli im Saisonendspurt fehlen. Der schwedische Innenverteidiger zog sich bei der Nationalmannschaft einen strukturellen Muskelfaserriss in der linken Wade zu und fällt mindestens drei Wochen aus.
Der zwischenfall in der nationalmannschaft
Smith hatte am Montag nach einem Check-up in Malmö vorzeitig die Reise unterbrochen. Die Kiezkicker bestätigten am Montagnachmittag, dass Smith „vorerst nicht zur Verfügung“ steht. Die Partie bei Union Berlin am Sonntag (15.30 Uhr/DAZN) verpasst der 29-Jährige damit mit Sicherheit. Trainer Alexander Blessin verliert seinen Abwehrchef in der Phase, in der jeder Punkt über Klassenverbleib oder Abstieg entscheidet.
Die Diagnose „strukturelle muskuläre Verletzung“ ist medizinischer Code für einen Riss quer durch die Muskelfasern. Smith wird wohl bis Mitte April aussetzen müssen. Das bedeutet: neben Union Berlin auch die Top-Spiele gegen Heidenheim (Easter Monday) und Bochum (Spieltag 30) ohne ihn.

Defensive mit 22 gegentoren in den letzten acht spielen
Ohne Smith kassierte St. Pauli in dieser Saison bereits 22 Treffer in acht Partien – ein Wert, der die Abstiegszone erklärt. Blessin wird nun auf Philipp Treu oder den jungen Svend Brodersen zurückgreifen müssen, um die zentrale Ordnung wieder herzustellen. Die personelle Lücke kommt zumal ungelegen, weil Union nach der Länderspielpause mit neuem Trainer André Breitenreiter und der Rückkehr von Jordan Pefok in die Startelf anreist.
Smith selbst hatte sich erst im Februar nach überstandener Adduktorenblessur zurückgemeldet und seitdem 90 Prozent aller Zweikämpfe gewonnen – Liga-Topwert. Mit ihm fehlt nicht nur Kopfballstärke, sondern auch die Kommandostimme, die die defensive Linie seit Jahren strukturiert. Die letzte Partie ohne den Schweden: das 0:4 in Leverkusen, ein Desaster, das sich die Millerntor-Fans nicht wiederholen wünschen.
Die nächsten neun Tage bestimmen die Saison. Ohne Smith. Die Uhr tickt.
