Skispringen: mitter übernimmt – kompany-effekt in sicht?

Die Skisprung-Szene atmet auf: Andreas Mitter hat das Ruder übernommen. Nach Stefan Horngachers Abschied steht der Österreicher nun vor der Mammutaufgabe, das deutsche Team wieder an die Weltspitze zu führen. Kann er den gleichen Erfolg wie Vincent Kompany beim FC Bayern feiern? Eine Frage, die die Fans derzeit raucht und die den DSV vor eine spannende Saison stellt.

Die herausforderung: generationwechsel und neue ziele

Die vergangenen Jahre waren für den deutschen Skisprung nicht gerade glorreich. Während Philipp Raimund mit seiner olympischen Goldmedaille für einen Lichtblick sorgte, blieb die Konstanz auf anderen Ebenen aus. Die etablierten Kräfte um Karl Geiger, Andreas Wellinger und Pius Paschke konnten nicht an ihre früheren Leistungen anknüpfen. Horst Hüttel, DSV-Sportdirektor, räumt ein: „Oben drin haben wir Substanz verloren. Das gilt es jetzt aufzubauen.“

Mitter, der zuvor als Assistent von Horngacher tätig war, weiß um die Aufgabe. Sein Fokus liegt auf einer gesunden Mischung aus Gegenwart und Zukunft. „Der Anspruch des DSV ist immer, vorne mitzuspringen“, so Mitter. „Kurzfristig sind die Vierschanzentournee und die Weltmeisterschaft entscheidend. Langfristig wollen wir die Mannschaft verjüngen und junge Athleten in Richtung A-Mannschaft führen.“

Die gute Nachricht: Im Juniorenbereich gab es bereits vielversprechende Ergebnisse. Vier verschiedene Springer sprangen auf das Podium, ein Dreifach-Erfolg wurde gefeiert. Doch Hüttel warnt vor zu großen Erwartungen: „Das sind erst 18-, 19-jährige Burschen. Die werden noch zwei, drei Jahre brauchen.“

Ein unerwarteter, aber vielversprechender nachfolger

Ein unerwarteter, aber vielversprechender nachfolger

Die Verpflichtung von Mitter, einem relativ unbekannten Namen im Vergleich zu anderen internationalen Trainern, überraschte viele. Doch DSV-Alpindirektor Wolfgang Maier betonte die sozialen Kompetenzen des Österreichers: „Das ist ein Mensch, der über sehr viel soziale Kompetenz verfügt und einen guten Umgangston pflegt. Das war auch letztlich der entscheidende Faktor.“ Maier zog sogar eine Parallele zu Kompany: „Man muss auch mal den kleineren Namen die Möglichkeit geben, groß zu werden. Das sieht man jetzt am Bayern-Trainer.“

Mitter muss nun beweisen, dass er nicht nur ein guter Organisator ist, sondern auch in der Lage ist, die Leistung der deutschen Springer auf ein neues Level zu heben. Die Fans blicken gespannt auf die bevorstehende Saison und hoffen, dass der Kompany-Effekt auch im Skisprungteam für Furore sorgen wird.