Sion schnappt sich europa-platz: kronig schlägt nach dem 1:1 gegen st. gallen den nächsten angriff vor

Der FC Sion hat sich mit dem 1:1 gegen St. Gallen nicht einmal gefeiert. Die Top-6-Quali war noch warm, da kündigte Jan Kronig schon den nächsten Coup an: Europa. «Die Top 6 reichen nicht», sagte der 25-jährige Verteidiger beim SRF-Mikrofon, als hätte er den Europapokal schon im Schrank stehen.

Warum sion plötzlich wieder träumen darf

Seit sieben Spielen ist Sion ungeschlagen. Sie schlugen YB, sie zerlegten den FCZ und jetzt bremsten sie auch noch die Ostschweizer Tor-Maschine. Das Gegentor durch Lukas Görtler? Ein Schnitzer, nicht mehr. «Unnötiger Ballverlust», so Kronig, «aber sonst haben wir der besten Offensive der Liga die Zähne gezogen.» Das Eigentor von Daschner kurz vor der Pause war die Antwort, die das Tourbillon zum Beben brachte.

Die Zahlen sprechen für sich: In den letzten fünf Partien kassierte Sion nur zwei Gegentore – das ist für einen Abstiegskandidaten der Vorjahresrunde eine Hausnummer. Trainer Didier Tholot hat aus der defensiven Rumpeltruppe eine verschlossene Einheit gezaubert. Die Fans singen wieder «Allez Sion», und diesmal meinen sie nicht den Abstieg.

Der europa-plan steht, der gegner wartet

Der europa-plan steht, der gegner wartet

Nach der Länderspielpause geht’s gegen Luzern und Lausanne – genau die Konkurrenten, die noch zwischen Sion und einem Europacup-Platz parken. «Man muss Ambitionen haben», sagt Kronig und klingt dabei wie ein Mann, der schon weiß, wo er im Juli sein wird: nicht im Trainingslager, sondern im Auswärtstrip nach Zagreb oder Larnaka.

Die Meisterfeier von St. Gallen wurde verschoben, die Saison ist noch nicht gelaufen. Und im Wallis? Da beginnt gerade erst die zweite Halbzeit. Kronig und Co. haben den Europa-Express entert – und sie haben keinen Bock mehr auszusteigen.