Sinner zertrümmert medvedevs traum: doppeltiebreak-krimi in indian wells

Jannik Sinner hat die Wüste zum Beben gebracht. Der Südtiroler schlug Daniil Medvedev im Finale von Indian Wells mit zwei Tiebreaks, die beide in die Geschichtsbücher gehören. 7:6, 7:6 – die Zahlen wirken harmlos, doch wer die letzten Minuten gesehen hat, weiß: Das war Tennis vom anderen Stern.

Medvedev führt 4:0 – dann kommt sinners vernichtungsmaschine

Der Russe hatte sich schon sicher gefühlt. 4:0 im zweiten Tiebreak, die Crowd im Stadion „Tennis Paradise“ bereits auf seiner Seite. Doch Sinner schaltete einen Gang höher, der sonst nur Formel-1-Fahrer kennen. Sieben Punkte in Serie. Keine Antwort. Keine Gnade. Medvedev stand wie angewurzelt, seine Kinderkrankheit Tiebreak schlug wieder zu.

Im Halbfinale hatte Sinner Alexander Zverev noch mit 6:2, 6:4 abserviert. Gegen den Deutschen lief es glatt wie Öl. Gegen Medvedev wurde es rau, schmutzig, psychologisch. Zwei Stunden lang lieferten sich die beiden ein Schlagabtausch, bei dem jeder Ball wie ein Geschoss durch die heiße Wüstenluft flog. Der Italiener ließ sich nicht beirken, auch nicht, als der Russe im zweiten Satz zum 6:6 aufschloss.

Die 9,4 Millionen Dollar Preisgeld waren Nebensache. Sinner wollte den Titel, den ersten Masters-1000-Sieg in seiner Karriere auf Hartplatz. Er hat jetzt drei Turniere in Folge gewonnen – Rotterdam, Rotterdam und Indian Wells. Eine Serie, die selbst Novak Djokovic zurzeit nicht mitgeht.

Sinner ist nicht mehr aufzuhalten – und das ist erst der anfang

Sinner ist nicht mehr aufzuhalten – und das ist erst der anfang

Die ATP-Weltrangliste wird sich verschieben. Sinner ist jetzt die neue Nummer zwei der Welt – und das mit 22 Jahren. Medvedev bleibt auf Platz drei, aber der Abstand wächst. Die Frage ist nicht mehr, ob Sinner Grand Slams gewinnt, sondern wie viele. Seine Schläge sind schwerer, seine Bewegungen flüssiger, sein Kopf kühler als je zuvor.

Die Saison ist noch jung, aber ein Signal wurde gesendet: Wer Sinner schlagen will, braucht mehr als gutes Tennis. Er braucht eine Wunderwaffe. Und selbst die reicht vielleicht nicht mehr.