Cameron young dreht 4-schlag-defizit und klaut ludvig aberg die players-championship

Ein 28-jähriger New Yorker, der bis Sonntag nur als „vielversprechendes Talent“ galt, schlägt jetzt in Ponte Vedra Beach mit der Kandare zu und kassiert 4,5 Millionen Dollar – mehr als jeder Deutsche Tour-Profi in dieser Saison zusammen.

Der 18. loch-krimi in zahlen

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Cameron Young brauchte 68 Schläge am Finaltag, fünf Birdies, ein einziges Bogey. Genug, um Matt Fitzpatrick mit 13 unter Par um einen Schlag zu schlagen. Ludvig Aberg, der nach 54 Löchern noch wie der sichere Sieger aussah, schlug am Back-Nine fünf Schläge mehr als Young – mit einer 76er-Runde rutschte der Schwede auf geteilten Platz fünf ab. Die Rechnung für Aberg: Vorsprung verspielt, Selbstvertrauen angekratzt, Preisgeld statt 4,5 Millionen nur noch 563 500 Dollar.

Die Deutschen hatten keine Schuld am Drama. Matthias Schmid landete nach 74er-Schlussrunde auf geteiltem 46. Rang, Stephan Jäger schaffte mit 71 Schlägen nur geteilten 62. Platz – beide verdienten weniger als ein Zehntel von Youngs Siegscheck. Für Schmid reicht es gerade für die Monatsmiete seiner Florida-Villa, für Jäger für zwei Wochen Caddie-Lohn.

Die Zahl, die die PGA Tour nervös macht: Young war vorher 137. in der Weltrangliste. Mit diesem Sieg katapultiert er sich auf Platz 21 und sichert sich Startrecht bei allen Major-Turnieren bis 2027. Das ist die wahre Währung, nicht die 4,5 Millionen. Die Bank klingelt zweimal: No-Name wird Markenname, Equipment-Verträge werden neu verhandelt, und Youngs Manager dürfte heute Nacht nicht schlafen.

Tokio-Goldmedaillist Xander Schauffele wurde mit einer 69er-Runde Dritter – für ihn ein Trostpreis, nachdem er die Saison bisher verschlafen hatte. Aber die Story trägt nur einen Namen: Cameron Young, der vor drei Jahren noch auf der Korn-Ferry-Tour schuftete und nun neben Tiger Woods, Phil Mickelson und Rory McIlroy in die Siegerliste der „fünften Major“ eingetragen wird.

Die Saison ist jung, aber das Statement ist klar: Wer in Sawgrass gewinnt, gehört fortan zur Gala-Elite. Und wer jetzt noch behauptet, Golf sei langweilig, hat offensichtlich nicht gesehen, wie ein 28-Jähriger aus New York einem Schweden mit vier Schlägen Vorsprung die Zigarre auspustete – und sich dafür eine Zigarre aus 4,5 Millionen Dollar drehte.