Sinner zerquetscht tiafoe und schraubt seine masters-serie auf irre 30:0

Jannik Sinner spielt Tennis, als hätte er den Code gehakt. 6:2, 6:2 gegen Frances Tiafoe, Viertelfinale in Miami, 70 Minuten Arbeit, 30 Sätze in Folge gewonnen – seit fünf Monaten hat auf Masters-Niveau niemand mehr einen einzigen Satz an ihm gerissen.

Die Zahl ist so absurd, dass selbst der Südtiroler lachte, als er sie hörte. „Ich weiß nur, dass ich jeden Ball nehme, wie er kommt“, sagte er, als hätte er vergessen, dass er seit Oktober 2024 keinen Satz mehr abgegeben hat. Letzter Satzverlust: Shanghai gegen Griekspoor, damit begann die Serie, die er in Paris, Indian Wells und nun in Miami fortsetzt.

Zverev wartet – oder doch cerúndolo?

Im Halbfinale droht ein Wiedersehen mit Alexander Zverev, den er in Indian Wells 6:2, 6:4 zerlegte. Sechs Siege in Serie hat er gegen den Deutschen, sechs! Zverev muss heute Abend noch gegen Francisco Cerúndolo ran, der in Miami zuhause ist und das Stadion zum Kochen bringen kann. Aber selbst wenn der Argentinier das Achtellokal bebt – gegen Sinner wirkt momentan alles wie ein B-Movie.

Die anderen Halbfinalisten? Jiri Lehecka und Arthur Fils, die Nummern 21 und 28 der Setzliste. Beide talentiert, beide hungrig, aber gegen einen Mann, der schon 15 Masters-Siege in Serie hat, wirken sie wie Schüler, die versehentlich den Lehrerrat betreten.

Der ball ist ein geschoss, sinner der katalysator

Der ball ist ein geschoss, sinner der katalysator

Tiafoe versuchte alles: Dropshot, Aufschlag-Winner, sogar das Publikum gegen Sinner. Nichts fruchtete. Sinner lief wie eine Maschine, aber mit dem Gefühl eines Jazz-Musikers – improvisiert, präzise, gnadenlos. Zwei Breaks im ersten Satz, zwei Breaks im zweiten, Satzstatistik: 30:0. Die Zahl steht jetzt neben seinem Namen wie ein Tattoo.

2024 gewann er Miami, 2025 sieht es nach einer Kopie aus. Nur besser. Und während Carlos Alcaraz schon wieder früh nach Hause flog und selbst Patrick Mouratoglou murrte, der Franzose wittere Langeweile beim Spanier, schreibt Sinner Geschichte im Turbo-Modus.

Am Freitag steht das Halbfinale an. Wer auch immer gegen ihn tritt, bringt einen Nachteil mit: Er muss erst einmal einen Satz gewinnen. Seit 157 Tagen hat das niemand geschafft. Die Uhr tickt – und Sinner tickt anders.