Bartomeu packt aus: messi war kein klubkaiser – und durfte trotzdem nicht gehen
Barcelona schwieg drei Jahre. Jetzt bricht der Ex-Präsident das Schweigen – und liefert die brisante Gegenrede zur Legende vom allmächtigen Lionel Messi. Josep Maria Bartomeu sagt knallhart: Der Superstar habe nie Transfer- oder Trainer-Vetos besessen, kein Machtfaktor, keine Sonderrechte. Die Bombe kommt zur Unzeit, denn genau diese angebliche Informell-Herrschaft des Argentiniers war in Spanien zum Dauerthema geworden.
„Leo hatte keine sonderrechte“ – bartomeus rundumschlag
In einem Live-Interview mit Catalunya Radio wies der 63-Jährige jeden Verdacht zurück, Messi habe hinter den Kulissen die Strippen gezogen. „Er hat weder bei Transfers noch bei der Trainerfrage das Sagen gehabt“, so Bartomeu. „Außerhalb des Platzes fiel keine einzige Entscheidung durch ihn.“ Die Aussagen sind ein frontal Angriff auf die Erzählung vieler spanischer Kommentatoren, die dem Weltmeister von 2022 quasi eine Schatten-Präsidentschaft andichteten.
Doch es gibt einen Twist: Wenn Messi wirklich nur Spieler war, warum durfte er dann 2020 nicht ablösefrei wechseln? Bartomeu liefert die nüchterne Begründung: „Er war unsere Einnahmequelle Nummer eins, war Vertrags-Spieler, und ich sah keinen Spielraum für einen Null-Ablöse-Transfer.“ Der damalige Boss verwies auf die Liquiditätslage des Klubs und ließ den Antrag sausen. Messi blieb, weil er musste – nicht, weil er wollte.

Der irrtum, der ihn zum weinen brachte
Ein Jahr später, im Sommer 2021, war Bartomeu längst geschasst, Joan Laporta saß im Amt. Die neue Führung versprach dem Captain eine Verlängerung, doch die Liga-Budgetvorgaben stellten den Stecker. „Er ging davon, dass ein neues Board seinen Kontrakt eh verlängert“, erinnert sich Bartomeu. „Die Überraschung kam, als es hieß: Gehalt passt nicht, also raus.“ Mit Tränen im August verkündete Messi seinen Abschied – ablösefrei, diesmal ohne Bartomeu, aber auch ohne Rettungsplan.
Die Zahlen sind schonungslos: Barça sparte mit dem Good-bye rund 100 Millionen Euro Jahresgehalt, verlor aber 80 Prozent seiner damaligen Merchandise-Umsätze. Für Bartomeu ist die Rechnung klar: „Wir haben Leo nicht als Kaiser behandelt, aber wir haben ihn als Liquiditätsanker gebraucht – bis der Anker zu schwer wurde.“
Seit dem Wegzug des Superstars hat der Klub zwei Champions-League-Gruppenphasen hinter sich, ohne das Achtelfinale zu erreichen. Messi dagegen sammelt in Miami Titel wie Souvenirs und beweist: Ohne Barcelona läuft’s – nur Barcelona läuft noch nicht ohne ihn.
