Sinner und darderi trainieren gemeinsam vor indian wells

Unter der kalifornischen Mittagssonne, bei Temperaturen, die selbst gestandene Profis ins Schwitzen bringen, teilten sich Jannik Sinner und Luciano Darderi am Donnerstag die Trainingsanlage in Indian Wells. Kein Zufall. Eine klare Botschaft.

Warum dieses training mehr bedeutet als ein einfaches aufwärmen

Noch vor gut einem Monat standen sich die beiden Italiener beim Australian Open gegenüber und kämpften um einen Platz im Viertelfinale. Jetzt schlagen sie gemeinsam Bälle, lachen miteinander, tauschen Rhythmus aus. Der Sport hat diese kurze Rivalität längst in Kameradschaft verwandelt.

Sinner, zweimal Halbfinalist in Indian Wells – 2023 und 2024 – kommt mit einem Stachel im Rücken nach Kalifornien. Die Niederlage in Doha gegen Mensik sitzt noch. Wer den Weltranglistenersten kennt, weiß: Solche Niederlagen verwandelt er in Treibstoff. Sein erstes Match? In der Nacht von Freitag auf Samstag um 3 Uhr mitteleuropäischer Zeit gegen den tschechischen Qualifikanten Dalibor Svrcina.

Die wahl des trainingspartners war kein zufall

Die wahl des trainingspartners war kein zufall

Svrcina spielt hauptsächlich von der Grundlinie, lebt vom Rhythmus, sucht den Takt des Gegners zu brechen. Genau wie Darderi. Der Südtiroler hat sich seinen Trainingspartner also nicht nach Sympathie ausgesucht, sondern nach taktischer Logik. Das ist die Qualität, die Sinner von anderen unterscheidet: Vorbereitung als Wissenschaft.

Darderi seinerseits kommt mit frischen Beinen aus dem südamerikanischen Sandplatzschwung und muss sich schnell auf den harten Belag in Kalifornien umstellen. Das Training um 11 Uhr vormittags – volle Hitze, kein Schatten, maximaler Stress für den Körper – war bewusst gewählt. Wer in Indian Wells tagsüber spielt, muss mit dieser Hitze umgehen können. Und Darderi, der immer näher an die Top 20 der Weltrangliste heranrückt, wird in den frühen Runden genau das erleben.

Alcaraz trainierte nebenan – und niemand tat so, als wäre das nichts

Alcaraz trainierte nebenan – und niemand tat so, als wäre das nichts

Was das Video aus der Trainingsanlage noch preisgibt: Auf dem Nachbarplatz, zur selben Stunde, schlug Carlos Alcaraz seine Bälle. Der zweifache Champion von Indian Wells, der letzte Spieler, der Sinner auf dieser Anlage bezwang, und bislang ungeschlagen im Jahr 2026. Er bereitete sich mit dem Tschechen Jiri Lehecka vor und trifft zum Auftakt auf Grigor Dimitrov.

Drei der interessantesten Spieler der Tenniswelt auf engem Raum, jeder mit seinem Team, jeder mit seinem Plan. Indian Wells fängt an, bevor der erste Ball offiziell gespielt wird.

Darderi startet am Samstag gegen Francesco Maestrelli oder Rinky Hijikata. Das Foto nach dem Training – Darderi sichtlich zufrieden neben der Nummer eins Italiens – sagt mehr als jede Pressekonferenz. Manchmal ist ein Bild der ehrlichste Sportbericht.