Sinner trifft shapovalov: der mann, der ihn zuletzt zwang, zu zittern

Jannik Sinner hat seit 2024 keine einzige Niederlage mehr gegen einen Linkshänder kassiert – doch Denis Shapovalov war schon zwei Mal kurz davor, diese Serie zu rissen. Am Samstag, im dritten Runde von Indian Wells, bekommt der Kanadier seine dritte Chance, die Mauer zu durchbrechen.

Der letzte, der sinner wirklich ärgerte

2021, Melbourne, zweite Runde: Shapovalov schlägt den damals noch ungeschlagenen Sinner in fünf Sätzen. 2024, New York, Achtelfinale: Shapovalov gewinnt den ersten Durchgang, liegt im dritten Satz mit Break voran – und scheitert erst nach 3:11 Stunden. Die Bilanz lautet 2:0 für Sinner, aber beide Matches rochen nach Brandgefahr.

Die Zahlen täuschen. Shapovalovs einschlagender Rückhand und sein ruppiges Aufschlagspiel passen wie Schmirgelpapier auf Sinner’s abgezirkelte Linien. Dazu der Umstand, dass der Kanadier im Dezember 2024 via Social Media unverblümt über „ungleiche Behandlung“ im Clostebol-Fall sinnierte – und damit eine persönliche Rivalität anfachte, die weit über den Court reicht.

Zwei philosophien, eine null

Zwei philosophien, eine null

Sinner verkörert Kontinuität: 92 Siege seit 2024, nur fünf Niederlagen. Shapovalov dagegen taumelt zwischen Genie und Selbstzerstörung, die Weltrangliste kennt ihn aktuell als Nummer 67 – sein Talent aber als Top-Ten-Material. Wer ihm zuhört, hört den Groll über eine Karriere, die nie so richtig abhob.

Die Frage ist nicht, ob Shapovalov Sinner schlagen kann – das bewies er schon in Teilen. Die Frage ist, ob er es über drei Sätze schafft, ohne sich selbst auszuschalten. Denn wenn seine First-Quote unter 50 % rutscht, beginnt Sinner’s Maschine zu summen: Return tief, Vorhand cross, Punkt. Ende.

Indian wells liefert den katalysator

Die Wüstenluft von Indian Wells macht Bälle schneller, die Reaktionszeit kleiner. Für Shapovalov ein Vorteil: Je flinker der Ball, desto größer die Chance, Sinner aus der Position zu werfen. Für Sinner ein Testfall: Kann er auch dann noch die Linien treffen, wenn der Gegner aus dem Stand heraus zündelt?

Der Favorit trägt italienisches Blau, der Underdog das Feuer eines Mannes, der nichts mehr zu verlieren hat. Die Serie steht, die Spannung auch. Und irgendwo zwischen den Linien wartet die nächste Explosion – nur diesmal könnte sie sogar reichen.