Sinner stoppt den hype nach rom-sieg: „ich war schon immer ein realist“
Rom ist erst der Anfang. Mit 6:4, 6:4 fegte Jannik Sinner Casper Ruud vom Platz, erlegte sich danach aber selbst die Höllenmaschine der Erwartungen. Nein, alle neun Masters 2026 zu holen sei „nicht realistisch“. Nein, er werde vor Wimbledon kein Gras berühren. Und nein, er wolle jetzt erst mal zwei Tage lang keinen einzigen Ball schlagen. Der erste italienische Sieg im Foro Italico seit Adriano Panatta 1976? Check. Career Golden Masters mit 24 Jahren? Check. Die Ruhe danach? Pflicht.
Die statistik lügt nicht – und das macht djokovic nervös
Zwischen Sinner’ erstem Masters-Coup in Toronto und dem neunten in Rom vergingen keine drei Jahre. Schneller schaffte das nur Novak Djokovic. Der winkte via Instagram brav in den exklusiven Klub, doch die Nachricht klang wie ein letzter Gruß vom Thron. Denn während der Serbe mit 37 Jahren auf seine 24 Majors blickt, fehlt Sinner nur noch ein einziger, um alle vier Grand Slams im Koffer zu haben – und Paris steht bereits auf dem Programm.
Die Zahlen sind absurd: 28 Siege in den letzten 30 Matches, 7:0 in Masters-Finals, 15:0 auf Sand gegen Top-20-Gegner seit April 2025. Doch der Südtiroler zieht die Bremse. „Wenn du körperlich nicht fit bist, kommst du nirgendwo hin“, sagt er und streicht die Haare aus der Stirn, als wäre da noch der rote Staub Roms. „Deswegen danke ich meinem Athletik-Team. Die Jungs arbeiten wie blöd.“

Kein rasen, kein rummel – nur reset
Während Fans und Medien über das unmögliche Perfect Nine fantasieren, hat Sinner schon abgewinkt. Kein Turnier vor Wimbledon, vielleicht Toronto, wenn die Batterie bis dahin wieder auf 100 Prozent lädt. „Ich möchte ein bisschen Zeit mit meiner Familie verbringen. Einfach mal vom Tennis abschalten“, sagt er und klingt dabei wie ein Autofahrer, der nach 250 km/h runter auf 80 geht, weil er weiß: Die nächste Kurve kommt schneller, als man denkt.
Die French Open starten am 24. Mai. Sinner wird am Donnerstag davor in Paris eintreffen, sich ein Hotelzimmer neben dem Bois de Boulogne nehmen und vorerst nur schlafen, dehnen, schweigen. Das Finale 2025 gegen Alcaraz, damals verloren, sitzt noch. Der Court Philippe-Chatrier wartet. Und mit ihm die Chance, als erster Italiener überhaupt den Career Grand Slam zu komplettieren.
Der Gigant also? Vielleicht. Aber erst mal ist er nur ein 24-Jähriger, der sich seine Erfolge nicht versauen lassen will. Die Geschichte kann warten. Seine Knie nicht.
