Sinner räumt miami ab und jagt alcaraz: sunshine double ohne satzverlust
Jannik Sinner hat soeben die Sonne verschluckt. Indian Wells plus Miami, beide ohne Satzverlust – das schaffte vor ihm niemand. Kein Federer, kein Djokovic, kein Sampras. 6:4, 6:4 gegen Jiří Lehečka, und plötzlich liegt die Weltspitze nur noch 1.190 Punkte entfernt.
Regenpause? er drehte musik auf und lachte sich warm
Während der Unterbrebung in der zweiten Runde schmiss er Kopfhörer auf, scherzte mit seinem Team und ließ die Anspannung abperlen. „Ich habe einfach gespielt, wie ich es trainiert habe“, sagt er, als wäre es ein Freundschaftsspiel. Dabei war es der dritte Masters-Titel in Serie, alle ohne Satzverlust – eine Serie, die selbst in der Open Era kein Italiener je hinlegte.
Der finale Schlag auf dem Hardcourt war ein Aufschlag, der Lehečka den Schläger entreißen wollte. 92 % Punkte mit dem ersten Aufschlag, alle Breakbälle abgewehrt. Auf Sand wird diese Waffe stumpfer, das weiß er. „Da kannst du nicht nur flach ballern, du musst dich qualen“, sagt Sinner. Er spricht vom Training, das am Donnerstag beginnt – wenn der Körler mitspielt.

Monte-carlo wird zur falle für alcaraz
Der Spanier verteidigt 4.330 Punkte auf der roten Tour, Sinner null. Ein Erstrundensieg im Fürstentum, wo er zu Hause wohnt, kann bereits die Lücke schmelzen. „Ich schlafe in meinem eigenen Bett“, sagt er. „Kein Hotel, keine Autogrammjagd, nur Kaffee aus der eigenen Maschine.“ Das klingt nach kleinem Vorteil, kann aber über die Saison entscheiden.
Die Nummer zwei der Welt hat den Rasen noch nicht betreten, doch sein Team hat schon gearbeitet. Nach der frühen Niederlage in Doha schraubten Coach Darren Cahill und Fitnesstrainer Umberto Ferrara die Hitze-Trommel an: fünf Stunden täglich bei 35 Grad, Sonne auf die Schultern, keine Pause. „Ich bin zusammengebrochen, bin aber wieder aufgestanden“, sagt er. „Mehr gibt es nicht zu erzählen – nur harte Arbeit.“
Die nächsten Wochen werden zeigen, ob diese Arbeit ausreicht, um Alcaraz zu überholen. Monte-Carlo, Rom, Paris – drei Stationen, bei denen Punkte wie Dominosteine fallen können. Sinner selbst redet das Ranking klein: „Es spiegelt nur wider, wie du spielst.“ Klingt bescheiden, ist aber ein Warnschuss an die Konkurrenz. Wer so spielt wie er, landet früher oder später ganz oben.
