Said el mala trifft für seine oma – dfb-u21 wieder erst

Athen – 11. Minute, Drehschuss, Ballerina im Strafraum. Said El Mala trifft, fällt auf die Knie, zeigt gen Himmel. Sein Tor gegen Griechenland bedeutet mehr als drei Punkte. Es ist ein Abschied, ein Versprechen, ein Kraftakt nach dem Tod seiner Oma.

„Das tor war für sie“ – el mala spielt trotz trauer

Am Samstagmorgen erreichte die Nachricht das Teamhotel: Die Großmutter des 19-jährigen Kölners ist gestorben. Jeder hätte verstanden, wenn El Mala den Koffer gepackt hätte. Stattdessen blieb er, trainierte, lachte mit den Jungs – und weinte nachts. „Ich wollte den Jungs helfen“, sagt er nach dem 1:0, die Stimme brüchig. Sportpsychologin Helena S. schob sich wie ein Schatten neben ihn, sprach, schwieg, hörte. Am Dienstag war er trotzdem in der Startelf.

Sein Schuss aus 14 Metern trudelt unters Kreuz, Griechenlands Keeper Nikolaos Botis ist ohne Chance. El Mala rennt zur deutschen Ecke, wird von Kapitän Tom Bischof umarmt, der sagt: „Ich habe noch keinen Urlaub gebucht – wir wollen zur WM.“ Für Bischof ist es „das emotionalste Tor seiner Karriere“. Trainer Antonio Di Salvo lobt nicht nur den Schützen, sondern die ganze Truppe: „Die Jungs haben ihn aufgefangen wie einen Bruder.“

Deutschland springt an die spitze – drei finals im herbst

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Mit 18 Punkten überflügelt die DFB-Elf nun erstmals seit Oktober wieder Griechenland. Die Gruppe F ist offen wie ein Reißnagel im Stiefel. Im September geht’s nach Kasachstan, im Oktober wartet Israel – dann entscheidet sich, wer 2025 bei der U21-EM dabei ist. El Mala wird wieder dabei sein. „Sie schaut von oben“, sagt er und deutet erneut gen Himmel. Für seine Oma, für die Mannschaft, für sich selbst – dieser Abend in Athen war nur der Anfang.