Simeone wirft barça raus – dreimal, mit notelf und dancing griezmann

Atlético Madrid lebt. Und wie. Mit Notelf, zwei späten Toren von Sorloth und einem Griezmann, der sich allein zum Abschiedstanz ins Leere stellt, hat Diego Simeone den FC Barcelona in zwei Wettbewerben binnen 18 Tagen aus dem Rennen geschmissen. Die Champions-League-Viertelfinals sind gelaufen, die Copa-Rechnung ebenfalls beglichen. Dreimal Europa, dreimal Simeone, dreimal blutet Barça.

Die achillesferse heißt cholo

Hansi Flick kam mit dem Ruf, die Ballbesitzmaschine wieder auf Weltniveau zu trimmen. Dann traf er auf den Argentinier, der seit 2011 Atléticos DNA umschreibt. 2014 schickte er Tata Martinos Barça mit einem 1:0 im Camp Nou nach Hause, 2016 folgte Luis Enrique, jetzt Flick. Kein Trainer, kein System, keine Gala. Die Bilanz: 360 Minuten Copa plus 180 Minute Champions League – nie lag Atlético zurück, nie führte Barça die Serie.

Den Knock-out setzte ein Mann, den viele für erledigt hielten. Antoine Griezmann lieferte gegen den Klub, der ihn einst für 120 Millionen verpflichtete, die entscheidende Vorlage zum 1:2 in Montjuïc. Danach blieb er stehen, drehte sich zur Südkurve und tanzte – allein, lautlos, unbeirrt. Sein letztes Jahr im rojiblanco wird zum Langzeitfeuerwerk.

Sorloths doppelschlag trifft barça mitten ins herz

Sorloths doppelschlag trifft barça mitten ins herz

Ohne Oblak, ohne Pubill, Hancko, Barrios und Cardoso schickte Simeone eine improvisierte Kette aufs Feld. Kein Problem, wenn der Bankspieler die Nerven behält. Alexander Sorloth kam in beiden Spielen nach der Pause, schoss in der Hinrunde das 0:2 und provozierte in der Rückrunde die Rote Karte gegen Eric García. Danach war der Widerstand gebrochen.

Das 0:2 nach 24 Minuten durch Fermín und Olmo schien die Vorhersage von Gavi („Wir fressen sie mit Schale“) zu bestätigen. Doch Koke und Marcos Llorente schalteten die Maschine um: Pressing auf halblinks, Zugriff auf Pedri, Gündogan isoliert. Die Statistik lügt nicht: Nach der 24. Minute kam Barça nicht mehr zum Abschluss.

Die bank gewinnt den kampf

Die bank gewinnt den kampf

Simeone tauschte früh dreifach. Baena brachte frische Laufwege, Nico Williams vertikale Sprünge, Sorloth die finale Präzision. Flick reagierte mit Ferran und Ansu, blieb aber ideenlos gegen die tiefste Viererkette Spaniens. Die Katze schlägt den Ballbesitz – wieder einmal.

Atlético steht nun einen Sieg vom ersten Pokalsieg seit 2013 entfernt, drei Spiele trennen die Mannschaft vom ersten Champions-League-Titel seit 2021. Der Gegner? Egal. Wer Simeone zweimal in einem Monat schlägt, fürchtet sich vor niemandem.

Barça dagegen schaut in die Röhre. Kein Titel, keine Würde, kein System. Und das Schlimmste: Der Alptraum hat ein Gesicht – Diego Pablo Simeone, 54 Jahre alt, immer noch hungrig.