Siewerts comeback-plan: kretzschmar verrät, was den trainer wieder aufrichtet

Jaron Siewert will zurück. Nach dem Schlaganfall, nach dem Rauswurf bei den Füchsen, nach den dunklen Wochen. Stefan Kretzschmar hat ihn gesehen – und erzählt, warum der 32-Jährige wieder bereit ist für die Handball-Bühne.

„Er hat sich mit disziplin rausgekämpft“

Ende Oktober saß Kretzschmar am Krankenbett. Siewert konnte kaum sprechen. Der zweite Schlaganfall innerhalb von zwei Jahren hatte ihn ausgelöscht. „Das war kein Burn-out, das war reine Physiologie“, sagt Kretzschmar im Podcast „Kretzsche&Schmiso“. „Aber er ist ein Kämpfer. Er hat sich da rausgekämpft. Mit absoluter Disziplin. Mit Willen.“

Die Szene hat sich eingebrannt: Siewert, der vor zwölf Monaten noch das Champions-League-Finale coachte, nun im Krankenhaus verlegen lächelnd, weil er nicht mehr richtig artikulieren kann. Kretzschmar erinnert sich: „Dass er heute ein Interview gibt, ist kein Wunder. Das ist ein Sieg.“

Der füchse-job war nur die halbe wahrheit

Der füchse-job war nur die halbe wahrheit

Was in Berlin passierte, war für viele ein Rätsel. Siewert holte die Meisterschaft, erreichte das Final Four, wurde trotzdem abgelöst. Kretzschmar, der als Sportdirektor ebenfalls gehen musste, sagt: „Die Lehre ist klar: Jaron braucht ein Umfeld, in dem er menschlich aufgehst. Keine Machtspiele, keine internen Kriege.“

Die Frage ist nicht, ob Siewert wieder coachen will. Die Frage ist: Wo? Kretzschmar: „Eine kleine Nationalmannschaft, ein Projekt mit Herz. Er kann sich viele Sachen vorstellen. Hauptsache, er fühlt sich wertgeschätzt.“

Der plan steht – aber er heißt nicht bundesliga

Der plan steht – aber er heißt nicht bundesliga

Siewert selbst hatte im Dyn-Interview angedeutet, dass er im Sommer wieder einsteigen könnte. Kretzschmar bestätigt: „Er wird nicht zurückkommen, um irgendwo mitzumachen. Er will Situationen prägen. Aber er wird wählen. Nicht drängen lassen.“

Die Handball-Welt wartet. Vereine aus Skandinavien haben schon angeklopft. Auch der DHB beobachtet. Doch Siewert hat gelernt, dass Gesundheit kein Nebenschauplatz ist. Kretzschmar: „Er weiß jetzt: Erst das Leben, dann der Sport. Das macht ihn stärker als vorher.“

Es ist ein Comeback, das kein klassisches Comeback wird. Keine Show, keine Schnellschüsse. Siewert wird wiederkommen – aber nur, wenn er kann. Und wenn er darf. Kretzschmar lacht: „Dann wird er wieder dieser Typ, der am Spielfeldrand die Stimme verliert. Aber diesmal mit einem Unterschied: Er weiß, was zählt.“