Siewert nach schlaganfall: „ich will zurück an die linie“

Jaron Siewert spricht erstmals über den zweiten Schlaganfall – und warum er trotzdem wieder Coach werden will. Die Entlassung bei den Füchsen Berlin lag erst wenige Wochen zurück, da brach sein Körper erneut zusammen.

„Ich bin wirklich am Boden angekommen“, sagt der 32-Jährige im Interview mit Dyn. „Da habe ich alles hinterfragt.“ Der zweite Schlaganfall im Oktober war härter als der erste 2022. Die Ärzte fanden keine Stress-Spur, sondern eine Nebenwirkung des Blutverdünners, den er nach dem ersten Vorfall bekam.

Der rauswurf, der alles beschleunigte

Im September 2025 flog Siewert gemeinsam mit Stefan Kretzschmar raus – kurz nach dem historischen Meistertitel mit den Füchsen. „Bob Hanning legte mir einen Vertrag vor, wir stimmten zu, dann machte er einen Rückzieher“, so Siewert. Die Trennung sei „nicht nachvollziehbar“ gewesen. Innerhalb von 48 Stunden war die sportliche Zukunft des Erfolgstrainers offen.

Die Freistellung löste keine neue Anstellung aus, sondern eine medizinische Zwangspause. Drei, vier Vereine hatten Interesse signalisiert, doch die Gespräche erstarben, als die Nachricht vom Schlaganfall durchs Handball-Milieu lief.

Comeback-plan statt trainer-rente

Comeback-plan statt trainer-rente

Mittlerweile trainiert Siewert wieder täglich, absolviert medizinische Checks, liest Spielanalysen. „Plan A lautet Cheftrainer, nicht TV-Experte oder Manager“, betont er. Die Liga kennt seine Qualitäten: 64 Prozent Siegquote in zwei Jahren Berlin, dazu der erste Meistertitel der Clubgeschichte.

Ob ein Klub das Risiko eingeht? Die Frage nach der Gesundheit wird bei jedem Bewerbungsgespräch im Raum stehen. Siewert selbst lässt sich nicht beirren: „Ich bin bereit. Die Seitenlinie fehlt mir wie dem Stürmer das Tor.“

Ein Comeback wäre keine Feel-good-Story, sondern ein Statement: Dass Sport mehr ist als Fitness – ein Lebensnerv, der selbst Schlaganfälle nicht stoppt.