Jaron siewert packt aus: schlaganfall nach abriss durch füchse berlin – und jetzt?
Sechs Monate nach seinem Sturz vom Thron der Füchse Berlin liegt Jaron Siewert auf der Intensivstation, nicht auf der Trainerbank. Der 32-Jährige erlitt zwei Monate nach seiner Suspendierung einen zweiten Schlaganfall – und spricht erstmals über den Zusammenbruch, der ausgerechnet den Mann traf, der Berlin 2024 zum Meister machte.
Der körper schlug zurück, nicht der stress
„Die Ärzte sagen, Stress war es nicht. Sonst wäre es passiert, als wir gegen die Löwen um die Meisterschaft spielten“, sagt Siewert im Gespräch mit Dyn. Stattdessen steht ein Blutverdünner im Verdacht, den man ihm nach dem ersten Schlaganfall 2022 verordnet hatte. Der zweite Vorfall folgte im Oktober – leise, hinter verschlossenen Türen, während die Liga über seine Zukunft rätselte.
Die Berliner Vereinsführung hatte Siewert und Manager Stefan Kretzschmar im September 2025 freigestellt, obwohl beide Verträge bis Saisonende lagen. Bob Hanning, Geschäftsführer der Füchse, zog einen Vertrag zurück, den er zuvor selbst aufgesetzt hatte. „Wir haben zugestimmt, dann die Rolle rückwärts“, sagt Siewert. Die Meister-Truppe bekam einen Dänen, Nicolej Krickau, der nun Doppelfunktion übernimmt.

Plan a steht, vereine zögern
Während die Füchse um die Play-offs zittern, sitzt Siewert im Reha-Zentrum und schaut auf sein Laptop, wo Spielszenen laufen. Drei, vier Klubs haben schon angeklopft, das Gespräch stockt aber, sobald das Wort „Schlaganfall“ fällt. „Ich bin bereit. Kein Plan B. Nur Plan A: Cheftrainer sein“, sagt er. Die Liga liebt Comebacks – aber sie liegt auch dann, wenn Gesundheitszertifikate fehlen.
Die Uhr tickt. Die Lizenzierung für die neue Saison beginnt in wenigen Wochen. Siewert muss einen Medizin-Check bestehen, will aber nicht warten, bis alle wieder „sicher“ sind. „Wenn man mich braucht, bin ich ab morgen an der Linie. Mit Anzug, Clipboard und der Erfahrung, dass man auch nach dem zweiten Mal wieder aufstehen kann.“
Die Frage ist nicht, ob er will. Die Frage ist, wer den Mut hat, einen 32-jährigen Coach mit zwei Schlaganfällen zu verpflichten – und dafür vielleicht den nächsten Meister zu kriegen.
