Sierre ballert sich ins final – visp zittert vor dem aus
74 Minuten Eishockey auf Messers Schneide, dann krachte es: Stéphane Patry schoss den HC Sierre mit seinem Overtime-Tor zum 2:1-Sieg gegen den EHC Olten ins Swiss-League-Finale. Die Westschweizer feiern bereits, während die National League gerade erst in den Viertelfinals steckt.
Patrys spätes geschenk lässt sierre jubeln
Die Serie war eine einzige Demonstration der Nervenstärke. 4:0 nach Spielen lautet der Endstand, doch die 2:1-Overtime in Spiel 5 beschert den emotionalsten Moment der Playoffs. Patry, 32-jähriger Routinier, verwertete einen Abpraller aus kurzer Distanz – die Scheibe schlitterte unter dem Torhüter hindurch, das Bier floss in den Ständen, die Sierre-Fans sangen sich heiser.
Das Team von Trainer Kevin Schläpfer dominierte die Serie phasenweise, ließ aber auch die eine oder andere Unsicherheit erkennen. Das 1:0 durch Léonardo Fuhrer in der 17. Minute schien bereits die Vorentscheidung zu sein, doch Olten kam durch einen Powerplay-Treffer von Fabian Ganz zurück. Erst in der Verlängerung zeigte sich, wer die bessere Kondition und den kühleren Kopf besitzt.

Visp rudert – la chaux-de-fonds riecht den coup
Während Sierre schon den Champagner kühlt, kämpft der amtierende Meister ums Überleben. Der EHC Visp führte gegen den HC La Chaux-de-Fonds schon mit 3:1 in der Serie, kassierte dann aber zwei Niederlagen in Folge. Spiel 5 endete mit einem deutlichen 5:1 – und trotzdem liegt die Führung nur bei 3:2. Fünf verschiedene Torschützen zeigen die Breite des Kaders, doch die Freude bleibt verhalten.
Die Berner Oberländer müssen nun auswärts gewinnen, um nicht schon in der Runde der letzten Vier zu scheitern. Das Hinspiel in La Chaux-de-Fonds endete 4:2 für die Waadtländer, die seit 2017 nicht mehr im Finale standen. Die Druckwelle rollt auf Visp zu – und mit ihr die Gefahr, dass der Titelverteidiger vorzeitig in den Urlaub fährt.
Die Swiss League liefert damit das erste Finalduell der Saison, während die National League noch um die Halbfinals kämpft. Für Sierre heißt es nun Warten – und Trainieren. Die Frage ist nur: Wer wird der Gegner? Visp oder La Chaux-de-Fonds? Die Antwort fällt spätestens am Wochenende.
