Siegemund schlägt marcinko: miami-auftakt mit déjà-vu und deutlicher botschaft
Laura Siegemund hat Petra Marcinko zum zweiten Mal innerhalb von zwei Wochen geschlagen – und diesmal sogar schneller. Die 38-jährige Tübingerin beendete das Rückspiel in Miami nach 1:32 Stunden mit 6:4, 6:4, ließ der 18 Jahre jüngeren Kroatin keine Satzjagd wie noch in Indian Wells.
Das match im takt der routine
Regenschauer trieben die Spieler vom Court, doch Siegemund blieb kalt. Bei 4:4 im ersten Satz attackierte sie Marcinkos zweite Aufschläge, zwang die Teenagerin zu Fehlhand und holte das Break mit einem halbhohen Vorhandwinner ins Kreuz. Der Satz war gelaufen, der zweite ein Formschritt: Früh breakte sie wieder, diesmal mit einem gestürzten Lob, der auf der Linie landete. Marcinko schlug auf, doch Siegemund ließ keine Rallye länger als nötig, schob die Kontrahentin mit Slice und Druck von einer Ecke zur anderen.
Die Statistik spricht für Effizienz: 67 % erste Aufschläge, 71 % davon gewonnen, nur zwei Doppelfehler. Marcinko kam auf 35 % Returnpunkte – ein Wert, der gegen Siegemunds Netzsorties nicht reichte. Drei Mal stürmte die Deutsche nach vorn, holte alle Punkte. Das sind die Details, die Matches entscheiden und die junge Gegner irritieren.

Deutsche farben im turnierbaum
Mit dem Erstrundenerfolg rückt ein anderes Duell ins Blickfeld: Alexandra Eala, 18, Philippinen, die in Miami als Wildcard gilt und mit Linkshandpower auftrumpft. Für Siegemund ist es die nächste Generation, gegen die sie ihre Erfahrung spielen kann. Tatjana Maria und Eva Lys stehen ebenfalls im Hauptfeld, Ella Seidel schied in der Qualifikation aus. Dennoch: Drei Deutsche im Haupttableau – das ist Seltenheit bei einem WTA 1000-Event, und es zeigt, dass der deutsche Damen-Tennis-Tiefbau langsam Früchte trägt.
Siegemund selbst schaut nicht auf Ranglisten oder Alterszahlen. „Ich spiele mein Spiel, Punkt für Punkt“, sagte sie nach dem Match, das Knie mit breitem Tape stabilisiert. Die Frage ist nicht, wie lange sie noch kann, sondern wie schnell sie die Nächste aus dem Rhythmus wirft. In Miami ist die Antwort bisher: sehr schnell.
