Sevilla zündet transfer-fuse: sangante gratis, mercado in der schwebe
Der FC Sevilla schlägt zweimal zu – und zwar kostenlos. Nach Jon Guridi und Juan Iglesias sichert sich der Klub nun Arouna Sangante ablösefrei von Le Havre. Fünf Jahre Vertrag, 50 Millionen Euro Ausstiegsklausel. Die Verkündung folgt heute, wenn Sportchef José Ignacio Navarro neben Präsident José María del Nido Carrasco die Medienlage betritt.
Die badé-leerstelle wird endlich gestopft
Schon im Januar 2025 stand der 1,93-Meter-Verteidiger auf Antonios Cordóns Wunschzettel – damals noch als Ersatz für Loïc Badé, der wenig später für rund 25 Millionen Euro nach Leverkusen wechselte. Le Havre signalisierte eine Ablöse von vier Millionen, Sevilla verhandelte zu lange, die Winterfrist verstrich. Nun profitiert der Andalusier-Klub vom auslaufenden Kontrakt und spart die komplette Summe.
Sangante bringt genau das, was Sevilla zuletzt fehlte: Spielaufbau aus der ersten Reihe, Zweikampfquote über 65 Prozent und die Fähigkeit, beide Füße einzusetzen. In der Ligue 1 kratzte er in dieser Saison an der 1.000-Minuten-Marke, obwohl Le Havre im Abstiegskampf steckt. Die Zahlen sind glasklar – Sevilla pflückt einen Reifediamanten aus dem Unterhaus.

Mercado bleibt das ungelöste rätsel
Während Sangante schon medizinisch durchleuchtet wurde, hängt der Fall Patrik Mercado noch in der Andenluft. Independiente del Valle und Sevilla einigten sich Ende Februar „auf dem Papier“. Die 3,5-Millionen-Dealstruktur war ausgehandelt, der 19-jährige Mittelfeldregisseur sollte im Sommer nach Spanien reisen. Doch bis heute fehlt die FIFA-Freigabe, die Ecuadorianer fordern Nachverhandlungen über zusätzliche Bonuszahlungen.
Navarro muss diese Woche Farbe bekennen: Entweder er zahlt die geforderten 500.000 Euro Nachschlag oder er riskiert, dass der Transfer platzt. Bei einem Marktwert von bereits acht Millionen Euro wäre das eine verpasste Großchance. Die Uhr tickt – der 30. Juni rückt näher.
Sevilla hat den Kader für 2026/27 geradezu neu erfunden: Guridi als Ballverteiler, Iglesias als Außenbahn-Motor, Sangante als Abwehrchef. Drei Null-Ablöse-Transfers, geschätzte Einsparung: 35 Millionen Euro. Doch ohne Mercado fehlt das Sahnehäubchen im zentralen Mittelfeld. Das nächste Kapitel schreibt Navarro heute – und die Antwort dürfte lauter sein als erwartet.
