Gündogan warnt: wm wird zur belastungsprobe – rotation schlichtweg notwendig!

Die bevorstehende Weltmeisterschaft in den USA, Mexiko und Kanada wirft lange Schatten voraus. Ilkay Gündogan, ehemaliger DFB-Kapitän, sieht eine WM der Joker auf uns zukommen – eine Folge der immensen Belastung, der heutige Fußballer ausgesetzt sind. Die aufgeblähten Spielkalender und die zunehmende Anzahl an Wettbewerben machen es nahezu unmöglich, ohne personelle Veränderungen über die Runden zu kommen.

Die bank wird zur ersten reihe

Gündogan, der aktuell für Galatasaray Istanbul spielt, äußerte sich in der Süddeutschen Zeitung zu dieser Thematik. Er prognostiziert, dass die Spieler, die von der Bank kommen, eine entscheidende Rolle spielen werden. „Ich denke, dass bei dieser WM die Bankspieler so wichtig sein werden wie selten zuvor“, so der 35-Jährige. Die hohen Anforderungen an die physische und mentale Fitness der Spieler führen unweigerlich zu Ermüdungserscheinungen und erfordern eine flexible taktische Ausrichtung.

Die Folge: Rotationen und frühe Auswechslungen werden an der Tagesordnung sein, selbst bei Mannschaften, die als Favoriten gehandelt werden. Gündogan rechnet damit, dass Trainer gezwungen sein werden, ihre Stammformationen häufiger zu verändern, um die Kräfte zu schonen und Verletzungen vorzubeugen. „Vielleicht müssen auch die Vereine immer mehr darüber nachdenken, noch mehr in die Breite zu investieren statt immer nur in die absolute Spitzenklasse.“

Doch nicht nur die Vereine stehen vor dieser Herausforderung. Auch die Trainer müssen mit Kritik umgehen können, wenn die Ergebnisse nicht stimmen. „Wenn man mal nur Unentschieden gespielt hat, weil der Topstürmer nach zehn Spielen in Serie einmal auf der Bank saß, dann sollte man den Trainer nicht sofort scharf kritisieren“, mahnt Gündogan. Es gilt, das große Ganze im Blick zu behalten und die Belange des Teams über den individuellen Leistungsdruck zu stellen.

Die fitness entscheidet über sieg und niederlage

Die fitness entscheidet über sieg und niederlage

Gündogan erwartet, dass sich die Dauerbelastung qualitativ bemerkbar machen wird. „Vielleicht wird am Ende die Mannschaft Weltmeister, die am besten mit ihren Kräften umgeht“, so der frühere Nationalspieler. Er erinnert an die WM in Katar 2022, wo die Spieler „extrem fit gewirkt“ hätten, was jedoch auf den günstigen Zeitpunkt im europäischen Herbst zurückzuführen war. Die jetzige WM hingegen findet am Ende einer langen und anstrengenden Saison statt, was die Spieler zusätzlich erschöpft.

Eine Verbesserung für zukünftige Turniere sieht Gündogan allerdings nicht. „Es wird auch weiterhin eher mehr Spiele geben als weniger, man kann sich ja kaum vorstellen, dass Wettbewerbe wieder abgeschafft werden.“ Die Fußballwelt befindet sich in einem Teufelskreis, in dem die Kommerzialisierung und die Gier nach mehr Einnahmen zu einer ständigen Erweiterung des Spielkalenders führen.

Die Erkenntnis ist düster: Die kommende WM wird nicht nur ein sportliches Großereignis sein, sondern auch ein Test der Belastbarkeit und des mannschaftlichen Zusammenhalts. Diejenigen, die ihre Kräfte am besten einsetzen können, werden am Ende triumphieren – und das unabhängig von individuellen Glanzleistungen.