Sevilla versinkt im eigenen wahn – valencia schockt sánchez-pizjuán
Der Sánchez-Pizjuán wurde zur Echo-Kammer des Protests. Schon nach 45 Minuten kochte das Stadion, zwei Treffer von Hugo Duro und Largie Ramazani schickten Betis‘ Nachbarn mit 0:2 in die Kabine – und die Laute gegen Präsident José María del Nido Carrasco eskalierten zum Dauersignal. „Feiglinge“ und „Mercenarios“ hallten durch den Rund, während die Spieler mit hängenden Köpfen verschwanden.
Die fehler kamen per doppelschlag zurück
Gerade schien Mendilibars Nachfolger Jorge Sampaoli eine fragile Ordnung gefunden zu haben, da rissen alte Muster auf. Ein vertandelter Aufbau, ein nachlässiges Pressing – Duro nutzte die Lücke, Ramazani die Verzweiflung. Beide Tore fielen binnen acht Minuten, beide hatten Vorbote Loic Badé mit eingebaut, dessen Zuordnung plötzlich wieder an die Durststrecken der Hinrunde erinnerte.
Die Statistik nagelt den Befund fest: Sevilla kassierte in dieser Spielzeit bereits 14 Gegentore zwischen Minute 20 und 30, mehr als jeder andere LaLiga-Klub. Die Achse Gudelj–Rakitić wirkte wie betäubt, Valencia schaltte mit drei Pässen um. Es war dieselbe Schwäche, die Real Madrid in der Copa ausgenutzt hatte – nur diesmal half keine Nachspielzeit mehr.

Der riss geht durch die tribüne bis ins spiellizenz-büro
Die Ultras ließen keine Atempause. Schon beim Abpfiff ertönte das Urteil: „Vender el club“ – verkauft den Verein. Die Familie Del Nido Carrasco galt lange als Retter, doch die Schulden von 200 Millionen und das Ausscheiden aus der Champions League haben die Erzählung gedreht. Sponsoren verhandeln neu, die Kapitalerhöhung stockt, und die sportliche Planung wirkt wie ein Flickenteppich: 19 Zugänge, kein Profil.
Mittelfeldstratege Azpilicueta musste nach 33 Minuten runter – Adduktoren, bestätigte der Mediziner. Doch Insider munkeln, der Kapitän habe selbst um den Wechsel gebeten, um nicht länger in der Schusslinie zu stehen. Gelb-gesperrt fehlt nun auch Agoumé beim Pokal-Halbfinale in Oviedo; die Rotation wird zur Lotterie.

Abstiegszone ruft – und mallorca lacht
Mit 31 Punkten hängt Sevilla nur noch drei Zähler über dem Strich. Mallorca verlor zwar gegen Elche, rutschte aber dennoch nicht tiefer – ein Schlagabtausch, der die Nerven strapaziert. Die restliche Auswärtstour: Osasuna, Celta, Almería. Kein Gegenduell klingt nach Geschenk, jeder Punkt wird über dem Abgrund gezählt.
Sampaoli redet von „Neustart nach Länderspielpause“, doch die Kabine brodelt. Ein Leistungsträger, der anonym bleiben will, flüsterte Reportern zu: „Wenn der Präsident nicht geht, gehen wir unter.“ Die nächsten 14 Tage entscheiden, ob der Traditionsklub die Saison rettet – oder ob 2023/24 in die Geschichte als Jahr des Selbstmords eingeht.
