Sevilla versinkt: fehlentscheidungen und angst lähmen das team
Ein jämmerlicher Auftritt in Valencia: Der Sevilla FC hat sich gegen den Levante UD erneut in einem Abwärtsstrudel bestätigt. Nach dem vermeintlichen Befreiungsschlag gegen Atlético Madrid folgte ein neuer Tiefpunkt, der die Andalusier tiefer in die Abstiegssorgen reitet. Die Hoffnung auf einen Punktgewinn, gestärkt durch das Stolpern anderer Konkurrenten, zerplatzte in einer erschlafften Vorstellung.

Luis garcía plaza: experimente in der krise?
Drei Partien sind seit der Amtsübernahme von Luis García Plaza vergangen, und die Frage nach der taktischen Ausrichtung des Teams bleibt unbeantwortet. Seine Entscheidung, zum dritten Mal in dieser Saison mit einem 5-2-3-System und gleich drei Spielern aus dem Reserveteam anzutreten, wirkte angesichts der Brisanz des Spiels fragwürdig. Der Trainer räumte ein, dass der Vergleich zu Atlético Madrid nicht zutreffen könne, doch die Resultate sprechen eine deutliche Sprache: Instabilität und Unsicherheit prägen das Spiel des Sevilla FC.
Das Estadio Ciutat de València brannte förmlich, als der Levante mit unbändigem Siegeswillen den Rasen betrat. Die Gastgeber präsentierten sich als das hungrige Team, während Sevilla mit einem Anflug von Resignation agierte. Die Taktik des Levante war klar: Lange Bälle in die Spitze, die die gegnerische Abwehrkette vor Probleme stellten. Espí, der Stürmer der Hausherren, fixierte die Innenverteidiger, während Iván Romero mit seiner überraschenden Beweglichkeit für Unruhe sorgte. Ein strittiger Elfmeterpfiff durch den VAR unterstrich die Fehlentscheidungen des Schiedsrichtergespans.
Die Abwehrkette des Sevilla FC offenbarte gravierende Schwächen. Besonders Juanlu wurde von Isaac, der unberechenbar in die zentrale Mitte vorstieß, immer wieder überfordert. Manu Bueno konnte die entstehenden Lücken nicht rechtzeitig schließen, und auch Andrés Castrín hatte alle Hände voll zu tun. Die Konsequenz: Iván Romero profitierte von dieser kollektiven Fehlleistung, als Olasagasti nach einem Eckstoß ungehindert den Ball weiterleitete und Manu Bueno den Angreifer ungedeckt ließ. Ein fataler Patzer, der den Sack für Sevilla zu verschließen drohte.
„Wir haben eine Halbzeit geschenkt – und das Tor obendrein!“, äußerte García Plaza fassungslos nach dem Spiel. „Es waren Spieler, die Todesangst hatten, den Ball nicht hergeben wollten.“ Seine Worte trafen den Nagel auf den Kopf: Die Angst vor Fehlern lähmte das Team und raubte ihm die nötige Entschlossenheit.
Nach dem Seitenwechsel zeigte Sevilla zwar eine verbesserte Körpersprache, doch die taktischen Änderungen brachten keine nachhaltige Wirkung. Isaac wich auf die rechte Seite aus, Vargas agierte zentraler, und Oso sollte für die Hereingaben sorgen. Eine vergebliche Bemühung, denn die Offensive blieb blass und ohne Durchschlagskraft. Ein verfehlter Schuss von Oso, der aus kurzer Distanz die Kugel neben das Tor setzte, verdeutlichte die Chancenlosigkeit des Teams.
Ein weiterer gravierender Fehler von Carmona, der in seinem ersten Ballkontakt den Ball unkontrolliert verlor, ermöglichte es dem Levante, die Partie endgültig zu entscheiden. Ein Konter, der von Iván Romero gekonnt abgeschlossen wurde, besiegelte die Niederlage und die Misere des Sevilla FC.
Die Situation wird immer kritischer: Sevilla liegt nur noch einen Punkt über dem Abstiegskampf und hat den Levante, der sich nun gefährlich gut herangeschoben hat, näher kommen lassen. Doch die Ergebnisse sind nicht das eigentliche Problem. Vielmehr sind es die unsäglichen Leistungen und die fehlende Moral, die zutiefst beunruhigen. Nur dank des besseren Torverhältnisses gegenüber Alavés und Oviedo ist der direkte Abstiegschritt noch abgewendet. In drei Tagen wartet ein Auswärtsspiel bei einem der stärksten Teams der Liga. Wenn sich Sevilla nicht rasch fängt, droht der Absturz in die zweite Liga.
