Sevilla übersteht die krise: rettung in letzter sekunde!
Ein dramatischer Abend im Ramón Sánchez-Pizjuán: Sevilla hat sich dank eines glücklichen Zufalls und einer knappen Niederlage gegen Real Madrid vor dem Abstieg bewahrt. Die Atmosphäre war geladen, doch am Ende herrschte kollektive Erleichterung – ein Katharsis nach einer der turbulentesten Spielzeiten des Vereins.

Ein umstrittener treffer und die erlösung
Die Partie gegen die Königlichen endete zwar mit 0:1, ein Tor von Vinícius nach einem fragwürdigen Zusammenstoß mit Carmona sorgte für Aufregung. Doch da die Ergebnisse der Konkurrenz ebenfalls positiv ausfielen, war der Klassenerhalt rechnerisch bereits vor dem letzten Spieltag gesichert. Es war ein Sieg der Nerven, ein Beweis für den unbändigen Willen einer Mannschaft und einer Anhängerschaft, die in dieser Saison viel durchgemacht hat.
Trainer Luis García Plaza hatte auf eine Rückkehr zu bewährten Kräften gesetzt, Castrín und Gudelj ersetzten Azpilicueta und Agoumé in der Startelf. Real Madrid, mit einer starken Aufstellung inklusive Rückkehr von Carvajal, Rüdiger, Bellingham und Mbappé, versuchte, das Spiel zu kontrollieren. Sevilla agierte wie in den vergangenen Wochen, mit aggressivem Pressing und engmaschigen Linien, um den Spielaufbau der Madrilenen zu stören. Mehrere Torchancen durch Courtois zeugten von der Intensität des Spiels.
Oso, der unbestreitbar stärkste Spieler der ersten Halbzeit, zeigte eine beeindruckende Einsatzbereitschaft und unterband mehrfach Angriffe des Gegners. Doch Madrid fand seinen Weg über den Flügel, wo Carmona gegen die konstante Bedrohung durch Vinícius ins Schwimmen geriet. Der umstrittene Elfmeter, der zu Vinícius' Tor führte, war der Höhepunkt einer äußerst fragwürdigen Schiedsrichterleistung, die den Spielverlauf maßgeblich beeinflusste.
Die zweite Halbzeit war geprägt von Nervosität und unsauberen Ballverlusten auf Seiten des Sevilla. Doch genau in diesem Abschnitt entfalteten sich Castrín und Kike Salas zu prägenden Figuren. Ihre Reife und Führungsstärke, die sie in den letzten Spielen bewiesen, sind ein Hoffnungsschimmer für die Zukunft. Castrín neutralisierte Vinícius im direkten Duell, während Salas mit sechs Ballgewinnen und Siegen in allen Luftzweikämpfen für Stabilität sorgte. Sein entscheidender Einsatz, bei dem er einen klaren Durchbruch von Mbappé vereitelte, verhinderte möglicherweise das 0:2.
Die Konsolidierung der Talente, allen voran die beiden Innenverteidiger, bildet eine solide Basis für kommende Projekte.
„Uns hat die Durchschlagskraft gefehlt, wir haben Chancen kreiert, aber es war nicht genug“, kommentierte García Plaza nach dem Spiel. Er brachte Agoumé, Ejuke und Alexis, die dem Spiel frischen Wind einhauchten. Adams verpasste es jedoch, die zahlreichen Torchancen im Strafraum der Madrilenen zu nutzen. Sevilla ging somit unglücklich leer aus, obwohl es mehr Ballbesitz hatte, weniger Fehler machte, mehr Zweikämpfe gewann und sechs Torschüsse auf das Tor des Gegners hatte – im Gegensatz zu nur einem Torschuss der Madrilenen, der jedoch das Netz fand.
Mit 43 Punkten sicherte sich Sevilla den Klassenerhalt und übertraf damit die Ergebnisse der letzten beiden Spielzeiten. Der Verein schuldet diese Rettung dem Engagement von Luis García Plaza, dem Einsatz der Spieler und der unermüdlichen Unterstützung der Fans. „Viele haben mir geraten, nicht hierher zu kommen, aber ich bin ein Kämpfer und werde das, was ich hier erlebt habe, niemandem nehmen können“, erklärte der Trainer, der betonte, dass dies die größte Herausforderung seiner Karriere war.
Das letzte Spiel in Vigo wird somit nur noch eine Formsache sein. Sevilla steht vor einer wichtigen institutionellen Phase, in der aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt werden muss. Der bevorstehende Besitzerwechsel, bei dem der Verein in die Hände des Five Eleven Capital mit Sergio Ramos als Gesicht übergeht, verspricht Veränderungen. Ob García Plaza an der Seitenlinie bleibt, ist noch offen, doch er verlässt den Verein mit dem Gefühl, seine Pflicht getan zu haben.
