Sevilla stolpert in abstiegsgrube: 0:2 gegen valencia – fans randalieren

Der Sánchez-Pizjuán explodierte. Nicht vor Freude, sondern vor Wut. Sevilla verlor gegen Valencia 0:2, rutschte auf Platz 16 – nur drei Punkte über Mallorca, dem neuen Schlusslicht. Nach 45 Minuten pfiff die Kurve schon „Mercenarios!“ Richtung Kabine. Die Spieler hatten sich in der Pause kaum noch zugetraut, den Tunnel runterzugehen.

Almeyda taumelt – zwischen brechreiz und bosstransparent

Trainer Jorge Sampaoli-Nachfolger Jorge Almeyda schleppte sich zur Mixed Zone, blass, trockenen Mundes. „Schöne Fragen“, spuckte er einem TV-Reporter entgegen, der nach seiner Zukunft fragte. Dabei war die Antwort längst auf den Rängen zu hören: „Que se vayan todos!“ Es soll kein einzelner Kopf rollen, sondern gleich der ganze Vorstand. Der Argentinier wischte sich den Schweiß aus dem Nacken und gestand: „Ich lebe den Fußball von innen. Wenn ich ihn so sehe, macht er mich krank.“ Die Körpersprache seiner Mannschaft macht die ganze Stadt krank.

Sevilla war ein Albtraum ohne Happy-End. Kein Pressing, keine Idee, kein Plan B. Valencia lief zweimal an, traf zweimal – Hugo Duro per Kopf (9.), Javi Guerra per Solo (38.). Danach verwaltete der Klub aus Mestalla das Desaster der Andalusier. Die Statistik? 63 Prozent Ballbesitz, null Torgefahr. Die einzige Parade kam von Keeper Bono, weil er sich selbst vor Scham nicht mehr versteckte.

Nine finals warten – erst rettet nur ein wunder

Nine finals warten – erst rettet nur ein wunder

Nach der Länderspielpause folgt Oviedo, Tabellenletzter, ausgerechnet. Dann kommt Atlético, Real Sociedad, Real Madrid. Auswärts warten Levante, Osasuna, Villarreal und Celta Vigo. Neun Partien, neun Endspiele, so die Losung. Doch Endspiele gewinnt man nur, wenn man überhaupt noch an sich glaubt. Torhüter Odysseas Vlachodimos zog die Summe: „Wir müssen uns selbst anschauen, nicht auf andere Teams. Nächste Woche sind viele weg – für die, die bleiben, wird es die härteste Woche des Jahres.“

Die Fans haben schon ihre Konsequenz gezogen: Sie gingen vor dem Abpfiff. 20 Minuten vor Schluss war der Sánchez-Pizjuán halb leer. Wer bleibt, wenn der Klub selbst geht? Die Antwort fällt schwerer als je zuvor. Denn der Abstieg ist kein Gespenst mehr – er hat schon die Karten für die Süd-Tribüne gebucht.