Sevilla amok! europa-league-sieger stürzt in die abgrund

Ein Schock für den spanischen Fußball: Der FC Sevilla, vor kurzem noch Champions-League-Anwärter und siebenfacher Europa-League-Sieger, bangt um den Verbleib in der Primera División. Die Bilder vom Triumph in Budapest vor drei Jahren wirken surreal, während die „Blanquirrojos“ aktuell einen Abstiegsplatz belegen – ein Drama, das sich über Jahre hinweg anbahnte.

Die wurzeln des desasters: monchis abgang und finanzielle tristesse

Der geborene Fußball-Romantiker Gonzalo Montiel, dessen Elfmeter den Europa-League-Sieg 2023 besiegelte, kann es kaum glauben. Es ist, als ob eine andere Ära plötzlich endete. Doch der Wendepunkt war bereits früher zu verorten: Der Abschied von Sportdirektor Monchi im Sommer 2023 markierte den Beginn des sportlichen und finanziellen Niedergangs. Monchi, der Architekt des Sevillaer Erfolgs, verließ den Verein unter angespannten Bedingungen, nachdem er sich mit der Vereinsführung zerstritten hatte. Dieser Bruch hinterließ eine tiefe Wunde.

Die finanzielle Lage des Klubs ist alarmierend. Schulden in Höhe von 88 Millionen Euro, zusätzlich zu Krediten in dreistelliger Millionenhöhe, lasten schwer auf den Schultern des Vereins. Ein Verlust von 54 Millionen Euro im Geschäftsjahr 2024/25 verdeutlicht die tiefe Krise. Der Versuch, mit der Rückholaktion von Vereinslegende Sergio Ramos die Kohlen aus dem Feuer zu holen, scheiterte kläglich – kein Trikotsponsor war bereit, die geforderten Summen zu bezahlen. Die Situation ist so dramatisch, dass Sevilla gezwungen war, den gesamten Profikader auf die Transferliste zu setzen.

Familienstreit und präsidenten-krawall

Familienstreit und präsidenten-krawall

Die Wut der Fans richtet sich vor allem gegen Präsident José María del Nido Carrasco, dessen Posten durch die komplizierte Eigentümerstruktur – sein Vater, Ex-Präsident José María del Nido, hält die Mehrheit der Stimmrechte – zusätzlich erschwert wird. Die Eskalation erreichte ihren Höhepunkt auf einer Aktionärsversammlung, als der Sohn seinen eigenen Vater als „Scheißhaufen“ beschimpfte. Diese zirkuläre Dynamik zeugt von einem tiefgreifenden Vertrauensverlust und einem Mangel an professioneller Führung.

Luis García Plaza versucht nun, das Ruder herumzureißen. Doch die Aufgabe ist gewaltig, wenn man bedenkt, dass seit Monchis Abgang bereits sieben verschiedene Trainer an der Seitenlinie standen. Die kommenden Spiele gegen Real Sociedad und Espanyol Barcelona werden entscheidend sein. Ein Abstieg in die Segunda División würde nicht nur sportliche, sondern auch finanzielle Katastrophen bedeuten.

Der Investmentfonds „Five Eleven Capital“ unter Beteiligung von Ex-Real-Star Sergio Ramos bietet einen Hoffnungsschimmer. Ein Übernahmeangebot in Höhe von 450 Millionen Euro liegt vor, doch die Verhandlungen sind ins Stocken geraten. Ein Verbleib in der Primera División scheint eine Grundvoraussetzung für einen erfolgreichen Deal zu sein. Ob sich Sevilla aus dem Schlamassel befreien kann, bleibt abzuwarten. Die Zeit läuft ab.