Serie b-umfrage: 31. spieltag liefert erste abstiegskandidaten – und einen premieren-crash

Der 31. Spieltag der Serie B hat die Reihenfolge unten und oben neu gemischt. Dabei rutschten Traditionsklubs ins Soll, während ein Ex-Nationalspieler seine italienische Premiere gleich verspielte.

Pescara verspielt aufstiegsplätze – scognamiglio zerlegt die taktik

Die 0:3-Heimpleite gegen Cittadella katapultierte Pescara auf Rang zwölf zurück. Trainer Ascoli hatte die Mannschaft offensichtlich auf Konter umgestellt, vergaß aber, die eigene Hälfte zu sichern. Ergebnis: Drei Gegentore nach Standards, kein einziger Torschuss aus dem Zentrum. Die Aufstiegsränge sind jetzt vier Punkte entfernt – bei nur noch sieben Partien.

Die Statistik ist gnadenlos: Nach der Winterpause kassierte Pescara in neun Spielen 17 Gegentore. Die Abwehr wirkt wie ein offenes Tor, wenn die erste Pressinglinie durchstoßen wird. Und genau das macht Cittadella seit Wochen mit gnadenloser Regelmäßigkeit. Trainer Venturato erlaubte seiner Dreierkette, permanent umzuschalten – mit Erfol: Matteo Angeli traf per Kopfball, nachdem Adorante die Lücke zwischen Innen- und Außenverteidiger gerissen hatte.

Ashley cole: erster einsatz, erste katastrophe

Ashley cole: erster einsatz, erste katastrophe

Vereinslose Profis mit Premieren-Druck: Ashley Cole kam nach 70 Minuten bei Como – und ging nach 73 mit Gelb wieder vom Platz, weil er Strefezza mit dem Tritt stoppte. Como verlor 0:2, Cole hatte 34 Ballkontakte, gewann nur 36 % der Zweikämpfe. Sein Vertrag läuft nur bis Juni, und der Klub liegt einen Punkt über dem Strich. Die Agentur, die ihn vermittelte, forderte nach dem Spiel die Hälfte der Prämie zurück – ein Schlag ins Gesicht für den 42-Jährigen.

Was niemand erzählt: Die Como-Ultras hatten vor dem Spiel Banner entrollt – «Non serve un eroe, serve un gruppo». Die Warnung wurde zur Selbsterfüllung. Als Cole hereinkam, Pfiff ein Teil der Kurve. Der Coach stellte ihn trotzdem auf, weil die linke Abwehrseite zuvor zwei Gegentore nach Flanken kassiert hatte. Drei Minuten später knallte Bianchi die Hereingabe zum 0:2 über die Linie – Cole hatte den entscheidenden Meter verschlafen.

Die tabellen-fakten, die wehtun

Die tabellen-fakten, die wehtun

Spitzenreiter Parma siegte 2:0 in Südtirol und hat acht Punkte Vorsprung. Der Rechner sagt: Bei drei Siegen aus den restlichen sieben Spielen ist die Rückkehr in die Serie A sicher. Ganz unten trennen nur vier Zähler Cosenza (15.) und Ascoli (18.). Die nächsten drei Spieltage entscheiden über die Play-out-Plätze – und damit über Fernsehgelder von rund 15 Millionen Euro, die zwischen Liga eins und zwei klaffen.

Die Liga liefert das, was sie verspricht: Chaos, Dramen, blutige Knie. Für Pescara beginnt jetzt die Endphase der Wahrheit. Für Cole vielleicht die Endphase der Karriere. Und für die Fans? Die können sich auf 21 weitere Spieltage freuen, in denen jeder Punkt über Existenzen entscheidet. Die Serie B bleibt der Ort, wo Träume schneller platzen als ein Ball auf dem Kunstrasen von Cittadella.