Serbischer fußballskandal: kokeza plante gewalt gegen vidic

Ein beunruhigender Fall aus dem serbischen Fußball: Der ehemalige Verbandspräsident Slaviaa Kokeza soll versucht haben, eine Schikane und sogar Gewalt gegen den Ex-Nationalspieler Nemanja Vidic und andere Kritiker zu inszenieren. Verschlüsselte Nachrichten werfen ein düsteres Licht auf die Machenschaften hinter den Kulissen des serbischen Fußballverbands (FSS).

Die enthüllungen: sky ecc-chats legen verbindungen zu kriminalität nahe

Die Recherchen von OCCRP und KRIK haben erschreckende Details ans Licht gebracht. Über eine verschlüsselte Chat-Plattform, Sky ECC, soll Kokeza, identifiziert von den Behörden, Kontakt zu Personen aufgenommen haben, die mit kriminellen Netzwerken und gewalttätigen Hooligan-Gruppen in Verbindung stehen. Ziel war es, Vidic zum Schweigen zu bringen, nachdem dieser sich kritisch über Kokezas Führung geäußert hatte. Die Gespräche deuten auf eine alarmierende Verflechtung von Fußball, organisierter Kriminalität und Politik hin, eine toxische Mischung, die in Serbien eine lange und blutige Geschichte hat.

Die Nachrichten sind erschreckend direkt: Kokeza soll seinen Kontakten geraten haben, Vidic zu warnen, sich von der FSS fernzuhalten, andernfalls würde es ihm „an die Gurgel gehen“. Sollte Vidic weiterhin Kritik üben oder seine Ambitionen, die FSS zu leiten, nicht aufgeben, drohte er ihm sogar den Tod an. Besonders verstörend ist die Forderung, die Familie des ehemaligen Spielers bedrohen zu sollen, nachdem ein Ortungsgerät an seinem Auto angebracht worden war – offenbar in Mailand. „Wir müssen etwas Geld geben, wenn möglich, damit er körperlich bedroht wird, damit er Angst bekommt, dass sie ihn umbringen können“, notierte Kokeza.

Ein Kontaktnachricht reagierte darauf: „Setzen Sie ihn unter Druck, damit er Angst bekommt und keinen Unsinn mehr redet. Damit er nie wieder in die FSS eingreift.“ Obwohl die Nachrichten keine Hinweise auf tatsächlich ausgeführte Angriffe liefern, dokumentieren sie eine hoch entwickelte Planung, die beunruhigend nahe an der Umsetzung lag. Die Verflechtung von Fußballfunktionären mit kriminellen Elementen ist ein dunkles Kapitel der serbischen Sportgeschichte.

Kokeza, der die FSS zwischen 2018 und 2021 leitete, steht nun vor schweren Konsequenzen. Die Enthüllungen werfen ein Schlaglicht auf die tiefgreifenden Probleme der Korruption und der kriminellen Einflussnahme im serbischen Fußball. Es bleibt abzuwarten, welche juristischen Schritte folgen werden und ob diese Skandale eine nachhaltige Veränderung im serbischen Fußball bewirken können.

Die rolle von hooligans und organisierter kriminalität

Die rolle von hooligans und organisierter kriminalität

Die Beteiligung von bekannten Anhängern des serbischen Hauptstadtklubs Roter Stern Belgrad und Personen mit Verbindungen zur organisierten Kriminalität in den Chat-Gesprächen ist besonders besorgniserregend. Dies deutet auf ein komplexes Netzwerk von Einfluss hin, in dem Fußball, Kriminalität und politische Interessen auf verwerfliche Weise miteinander verknüpft sind. Es zeigt, wie schnell sich sportliche Rivalitäten in Gewalt und kriminelle Machenschaften verwandeln können.

Die Enthüllungen zeigen, dass die serbische Justiz nun vor der Herausforderung steht, diese Verflechtungen aufzudecken und die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen. Die sportpolitische Landschaft Serbiens ist zutiefst erschüttert – und der Fußball muss sich dringend von den Schatten der Vergangenheit befreien.