Sensationell! fc thun krönt sich zum schweizer meister – ein märchen wird wahr!
Ein Fußballmärchen, so unglaublich, dass es kaum zu glauben ist: Der Aufsteiger FC Thun ist Schweizer Meister! Nach Jahren des Kampfes und zahlreicher Rückschläge krönte sich das Team am Sonntag zum Champion, nachdem der direkte Konkurrent St. Gallen überraschend mit 0:3 gegen Sion unterlegen war. Die 128-jährige Vereinsgeschichte erlebt einen Moment, der in die Annalen des Schweizer Fußballs eingehen wird.
Ein aufstieg aus der asche – die geschichte des fc thun
Die Reise des FC Thun ist alles andere als geradlinig verlaufen. Der Verein, der aus einer 40.000-Einwohner-Gemeinde am Thunersee stammt, war in der Vergangenheit von Skandalen und finanziellen Schwierigkeiten geplagt. 2020 stieg Thun aus der ersten Liga ab, und der Rücktritt des Präsidenten Markus Lüthi während der Corona-Pandemie verschärfte die Situation zusätzlich. „Emotional war die Stimmung im Klub unter null“, erinnert sich Gerber, der ihm später folgte. Die folgenden Jahre waren von erfolglosen Aufstiegversuchen geprägt, die in der Relegation bitter endeten.
Doch das Team gab nicht auf. Mit einer dominanten Saison 2024/25 gelang Thun der längst ersehnte Aufstieg, der die ohnehin schon euphorische Stimmung in der Gemeinde in einen regelrechten Ausnahmezustand verwandelte. Der Vergleich mit dem 1. FC Kaiserslautern, der 1998 als Aufsteiger in Deutschland Meister wurde, kam den Fans nicht ungelegen – und wurde nun Realität.

Mehr als nur geld – der schlüssel zum erfolg
Was macht den Erfolg des FC Thun so besonders? Mit dem zweitniedrigsten Etat der Liga war der Aufsteiger keineswegs ein Favorit. Das erklärte Ziel war die Qualifikation für die Meisterrunde, und dieses Ziel wurde bereits früh erreicht – und dann bei weitem übertroffen. Thun liegt derzeit 11 Punkte vor St. Gallen, 18 vor Basel, 26 vor Young Boys und sogar 47 vor Rekordmeister Grasshopper. „Geld schießt keine Tore“ – dieser Spruch trifft im Falle des FC Thun besonders zu.
Die Mannschaft überzeugt nicht nur mit dem beeindruckenden Tabellenplatz, sondern auch mit einem begeisternden Offensivfußball. Mit 76 Toren in 35 Spielen stellt Thun den besten Angriff der Liga.

Der architekt des erfolgs: trainer mauro lustrinelli
Die Handschrift des Trainers Mauro Lustrinelli ist unübersehbar. Der ehemalige Fischer-Schützling, der einst selbst beim FC Thun spielte, hat das Team zu Höchstleistungen geführt. Auch die Beständigkeit in der Mannschaft trug maßgeblich zum Erfolg bei. Der Verein hielt den Kern der Mannschaft nach dem Aufstieg weitgehend zusammen und baute auf die Aufstiegshelden – eine Strategie, die sich auszahlt.

Von sexskandalen zur champions league – eine achterbahnfahrt der emotionen
Die Geschichte des FC Thun ist geprägt von Höhen und Tiefen. Neben dem aktuellen Triumph mussten die Fans auch bittere Momente erleben. 2007 waren mehrere Spieler in einen Sexskandal verwickelt, 2016 erhielten drei Spieler sogar Vorwürfe wegen Vergewaltigung (die später fallen gelassen wurden). Auch die finanzielle Situation war lange Zeit angespannt, und der Verein geriet 2016 fast in die Insolvenz. Dank der Fans, die mit dem Verein „Härzbluet“ Spenden sammeln, konnte der FC Thun bisher überleben, aber auch aktuell besteht weiterhin Handlungsbedarf.
Nun winkt die Chance, die Vergangenheit endgültig hinter sich zu lassen und in der zweiten Qualifikationsrunde zur Champions League um den Einzug in die Gruppenphase zu kämpfen. Schon 2005/06 hatte Thun als Vizemeister die Qualifikation geschafft. Ob der Klub aus dem Berner Oberland aus den damaligen Fehlern gelernt hat, wird die Zukunft zeigen. Fest steht: Der FC Thun hat bewiesen, dass mit Leidenschaft, Teamgeist und einer gehörigen Portion Glück auch ein vermeintlicher Underdog die Welt des Fußballs auf den Kopf stellen kann.
