Senegals präsident stellt afrika-cup ins regal – und verweigert die rückgabe
Ein Foto genügt. Bassirou Diomaye Faye sitzt im Präsidentenbüro, die senegalesische Flagge links, der Afrika-Cup-Pokal direkt hinter ihm. Kein Kommentar, nur das Bild – und die Botschaft ist klar: Die Trophäe bleibt in Dakar, egal was die Afrikanische Fußball-Union CAF sagt.

Die trophäe wird zur staatsaffäre
Nach dem Triumph der Lions im Februar hatte Faye den Spielern eine „Mission“ ausgerufen. Jetzt, zwei Monate später, ist aus dem sportlichen Coup eine diplomatische Schieflage geworden. Die CAF wirft dem Senegal Vertragsbruch vor: Artikel 82 und 84 seien verletzt, weil die Partie gegen den Marokko vorzeitig abgebrochen worden sei. Folge: 0:3-Wertung und Rückgabe des Pokals. Marokko fordert vehement. Dakar antwortet mit Schweigen und einem Facebook-Update.
Die Szene im Präsidentenbüro ist nur die Spitze des Eisbergs. Nationaltrainer Pape Thiaw hat den Pokal bereits an Militärs übergeben – offiziell für „maximale Sicherheit“, inoffiziell als Faustpfand gegen CAF-Eintreiber. Ex-Fußballpräsident Augustin Senghor schürt den Streit weiter: „Der Senegal wird diesen Pokal um jeden Preis behalten.“
Die Fans jubeln. In den Kommentaren unter Fays Foto dominieren drei Worte: „Guardião da Taça“ – Pokalwächter. Die Botschaft ist populistisch perfekt: Der Pokal ist kein Sportgerät mehr, sondern nationales Kulturgut. Wer ihn zurückverlangt, greift in die Souveränität des Landes.
Moussa Niakhate, Verteidiger der Nationalmannschaft, weigerte sich jüngst in Lyon, Stellung zu beziehen. Stattdessen postete er eine Instagram-Story: Er umklammert den Pokal, darunter steht: „Für immer Afrikameister.“ Kein Spieler traut sich, die offizielle Linie zu brechen.
Die CAF steht vor einem Dilemma. Erzwingt sie die Rückgabe, eskaliert der Konflikt. Lässt sie den Pokal in Dakar, untergräbt sie ihre eigenen Regularien. Die Deadline für eine Entscheidung läuft in zwei Wochen. Bis dahin wird Präsident Faye wohl weitere Fotos posten – und der Afrika-Cup weiter im Regal stehen, wo ihn jeder Besucher sofort sieht.
