Selina grotian: ernüchterung nach olympia – was lief schief?
Selina grotian: ernüchterung nach olympia – was lief schief?
Die Olympischen Spiele in Mailand Cortina 2026 sind für die junge Biathletin Selina Grotian vorüber. Im Anschluss an ihre Wettkämpfe zeigte sich die Athletin offen enttäuscht und äußerte sich kritisch sowohl zu ihrer sportlichen Leistung als auch zur Atmosphäre der Spiele.
Enttäuschung nach erwartungen
„Meine ersten Olympischen Spiele sind vorbei – und ehrlich gesagt waren sie für mich sportlich wie persönlich enttäuschend“, schrieb Grotian in einem emotionalen Instagram-Post. Die 21-Jährige war mit hohen Erwartungen nach Antholz gereist, konnte diese jedoch nicht erfüllen. Besonders das Einzelrennen, das sie als ihre „am wenigsten liegende Format“ bezeichnete, verlief mit drei Schießfehlern und nachlassendem Tempo nicht wie gewünscht. Das Ergebnis: Platz 55.

Nicht für den sprint nominiert
Die Nichtnominierung für den Sprintrennen verstand Grotian nach ihrer Leistung im Einzel. „Nach dem Einzel war es verständlich, dass ich nicht für den Sprint nominiert wurde“, so die Athletin. Eigentlich liegt ihr diese Disziplin „normalerweise viel besser“. Kurzfristig erhielt sie jedoch eine weitere Chance, nachdem Janina Hettich-Walz aufgrund von Magenproblemen ausfiel.

Verpasste chance im sprint und verfolgung
„Als ich überraschenderweise noch einmal starten durfte, konnte ich die Gelegenheit nicht nutzen. Zwei sehr knappe Fehlschüsse gleich zu Beginn, ein weiterer im Stehen – und in der letzten Runde hatte ich nichts mehr zuzusetzen“, analysierte Grotian ihren Auftritt. Im Sprint erreichte sie Platz 52. Auch in der Verfolgung wollte sie noch einmal angreifen, doch „nichts habe wirklich zusammengepasst“. Am Ende wurde sie 41.
Mögliche ursachen und körperliche reaktion
Die junge Biathletin sucht nun nach Erklärungen für ihre durchwachsenen Leistungen. Eine mögliche Ursache könnte ihre Reaktion auf die Höhenlage nach einer COVID-19-Erkrankung sein. „Normalerweise komme ich mit Höhe gut zurecht“, erklärte Grotian. Auch am Schießstand lief es diesmal nicht wie gewohnt.
Olympia-flair blieb aus
Neben der sportlichen Enttäuschung zeigte sich Grotian auch vom Flair der Spiele enttäuscht. Sie hatte erwartet, dass die Spiele aufgrund der Entfernung und Einschränkungen „eine andere Art besonders“ sein würden. Doch „der Zauber der Ringe, das Zusammenkommen der Athleten, der olympische Geist … das hat mich nie wirklich erreicht“, schrieb sie. Stattdessen fühlte sich alles „eher wie eine sehr lange Weltmeisterschaft mit mehr Medienaufmerksamkeit“ an.
Blick nach vorn und staffel ohne grotian
Trotz allem blickt Selina
Grotian nach vorn: „Nicht die Erfahrung, von der ich geträumt habe – aber trotzdem ein Teil der Reise. Ich werde daraus lernen und stärker zurückkommen.“ Die Frauenstaffel wird am Mittwoch ohne sie an den Start gehen. Für den Deutschen Skiverband treten Julia Tannheimer, Franziska Preuß, Janina Hettich-Walz und Vanessa Voigt an.