Selimbegovic bremst aachens siegesrausch – gindorf soll bleiben
Drei Siege, neun Punkte, ein Gefühl wie nach Schluck Wachmacher: TSV Alemannia Aachen hat die Kurve gekriegt. Doch Coach Mersad Selimbegovic zieht sofort die Handbremse. „Ergebnistechnisch souverän, aber wir sind noch lange nicht durch“, sagt er nach dem 4:1 gegen Energie Cottbus und spricht damit aus, was in der Kabine schon wieder zu laut wird: Schulterklopfen statt Selbstkritik.
Gindorf steht vor der vertrags-frage
Der Liga-Topscorer Lars Gindorf hat 20 Tore und elf Vorlagen auf dem Konto – Zahlen, die Bundesliga-Scouts heiß machen. Der Leihspieler von Hannover 96 darf im Sommer zurück, doch Selimbegovic wirbt öffentlich: „Er fühlt sich hier wohl, es wäre klug zu bleiben“. Dahinter steckt die Erkenntnis: Ohne Gindorf schrumpft die Angriffsvariante auf ein Drittel.
Die Rechnung ist simpel: Mit Gindorf hat Aachen 2,1 Punkte pro Spiel geholt, ohne ihn 0,9. Der Stürmer selbst schweigt zu seiner Zukunft, lächelt nur. Sportdirektor Rachid Azzouzi betreibt intern bereits Vertrags-Poker, will die Leihe verlängern, verhandelt aber gegen eine Klausel, die Hannover jederzeit ziehen lässt.

Ingolstadt wird zur stimmungsbarometer
Am Samstag (14 Uhr, LIVE! bei kicker) geht’s zum Tabellennachbarn Ingolstadt. Die Schanzer sind seit fünf Spielen ungeschlagen, haben ihre Defensive umgestellt und nur noch zwei Gegentor kassiert. Für Aachen geht es nicht nur um Punkte, sondern um den Beweis, dass der Höhenflug kein Zufall war.
Selimbegovic hat den Spielern freigegeben, damit der Kopf durchatmet. Doch die Ansage ist klar: „Wer jetzt feiert, fliegt raus“. Die Abstiegszone liegt 17 Punkte dahinter, der Relegationsplatz nur elf vorne. Die Saison ist noch lang, die Moral längst auf dem Prüfstand.
Fakt ist: Ohne Gindorf droht der Absturz, mit ihm wird Träumen erlaubt. Die Entscheidung fällt nicht im Sommer, sondern schon in den nächsten Wochen – auf dem Rasen, nicht im Büro.
