Sebastian samuelsson: zwischen höhenflug, doping-vorwürfen und olympia-hoffnungen

Sebastian samuelsson: zwischen höhenflug, doping-vorwürfen und olympia-hoffnungen

Sebastian Samuelsson gehört seit Jahren zur Weltspitze im Biathlon, doch ein großer Traum ist ihm bisher verwehrt geblieben: der Gesamtweltcup. Jüngste Aussagen des Schweden sorgten für Aufsehen. Im Gespräch mit Sport1 spricht er über seine Motivation, mutige Investitionen und seine Erwartungen für die kommenden Olympischen Spiele.

Von ruhpolding nach nove mesto: ein wechselbad der gefühle

Der Biathlon ist bekannt für seine extremen Kontraste. Der Triumph in Ruhpolding, wo Samuelsson nach vier Jahren erstmals wieder einen Sprint gewann und mit seinem achten Weltcupsieg zum erfolgreichsten schwedischen männlichen Biathleten wurde, wurde nur fünf Tage später durch ein desaströses Rennen in Nove Mestoüberschattet. Acht Fehler am Schießstand führten zu Platz 73 – ein Ergebnis, das er nur zweimal in seiner Karriere schlechter abschloss, damals jedoch als noch junger Athlet.

Konstanz als schlüssel zum erfolg

Konstanz als schlüssel zum erfolg

„Ich bin sehr stolz auf meine Konstanz“, betont Samuelsson im Interview. „Immer um das Podium zu kämpfen und meistens unter den Top 6 zu sein, bedeutet mir sehr viel.“ Diese Konstanz ist ein entscheidender Faktor für seine Erfolge, doch der Gesamtweltcup bleibt sein großes Ziel. Er würde sich dafür entscheiden, selbst wenn er die Wahl zwischen Gesamtweltcup und Olympia-Gold hätte. „Ich denke, das ist eine größere Leistung. Es gibt viel mehr Leute, die die olympische Goldmedaille gewinnen, als den Gesamtweltcup“, erklärt er.

Johannes thingnes bö als größter rivale

In der Vergangenheit stand vor allem ein Name zwischen Samuelsson und seinem Traum: Johannes Thingnes Bö. „Mit Johannes Thingnes Bö haben wir in den letzten Jahren den vermutlich besten Biathleten aller Zeiten gehabt. Das ist schwer, ihn zu schlagen“, so Schwedens Nationaltrainer Johannes Lukas. Samuelsson selbst zollt Bö ebenfalls Respekt, sieht aber nach dessen Karriereende neue Chancen: „Es ist an der Zeit, neue Geschichten für neue Leute zu schreiben – und die Wettkämpfe sind jetzt sicherlich offener als früher.“

Doping-vorwürfe kurz vor olympia

Kurz vor dem Start der Olympischen Spiele sorgten Aussagen Samuelssons für Aufsehen. Er äußerte seine Überzeugung, gegen gedopte Athleten anzutreten, basierend auf Umfrageergebnissen, die ergaben, dass fast die Hälfte der Wintersportler im vergangenen Jahr nicht außerhalb von Wettkämpfen auf Doping getestet wurde. Diese beunruhigenden Zahlen veranlassten Samuelsson bereits 2018 dazu, Rennen in Russland zu boykottieren, da er dort „Nationen ohne funktionierende Anti-Doping-Organisation“ nicht unterstützen wollte. Dies führte sogar zu Morddrohungen gegen ihn.

Hohe investitionen in das training

Um seine Leistung zu optimieren, investiert Samuelsson viel Geld in sein Training. Er hat sich zu Hause ein eigenes Trainingscenter eingerichtet, inklusive eines Laufbands für das Rollerski-Training. Bis 2024 hatte er bereits 1,5 Millionen Kronen (circa 140.000 Euro) in seine Ausstattung in Östersund investiert. „Ich bin dadurch auf jeden Fall ein besserer Läufer“, ist er überzeugt. Er nutzt auch das umstrittene Hitzetraining, das er als „gute Ergänzung“ betrachtet.

Olympia 2026: duell mit deutschland erwartet

Für die Olympischen Spiele erwartet Samuelsson einen spannenden Kampf um die Medaillen. Er prognostiziert einen Zweikampf zwischen Schweden und Deutschland um die Bronzemedaille, sieht aber auch Chancen, Norwegen und Frankreich zu schlagen, sofern diese Fehler machen. Mit seinem Sieg in Ruhpolding hat er bewiesen, dass er noch immer in Topform ist und bereit ist, um Gold zu kämpfen. Er träumt davon, nur 120 Kilometer südlich seines Heimatortes den nächsten Triumph zu feiern und sich eine olympische Goldmedaille um den Hals hängen zu lassen.