Sd huesca sperrt zaragoza aus: keine tickets für den derby-kracher
Null Karten, null Kompromisse. Die SD Huesca hat dem Real Zaragoza am Freitagmorgen mitgeteilt, dass für das brisante Derby am kommenden Wochenende im Estadio El Alcoraz kein einziges Gästeticket bereitgestellt wird. Die Nachricht detonierte wie ein Faustschlag im Camp der Blanquillos – und lässt eine jahrelange Tradition platzen.
Der offizielle grund: zu viel andrang, zu wenig platz
Hinter der Blockade verbirgt sich laut Vereinsmitteilung eine Mischung aus hoher Nachfrage durch Dauerkarteninhaber und Sponsoren sowie der Verweis auf das Prinzip der Gegenseitigkeit: Bei der vergangenen Partie in Zaragoza seien Huesca-Fans ebenfalls leer ausgegangen. Das Argument zieht beim Gegner nicht. „Wir haben 80 Plätze als Los unter unseren Sozialen ausgeschüttet, um zumindest eine minimale Präsenz zu sichern“, sagt ein Zaragoza-Sprecher. „Die Antwort: abgelehnt, Sicherheitsbedenken.“
Die Konsequenz folgt prompt. Real Zaragoza verzichtet auf die kostenlosen Kontingente, stricht die traditionelle Direktoren-Runde vor dem Anpfiff und schickt nur eine Handvoll Offiziellen in den VIP-Bereich. „Wir sind tief enttäuscht“, heißt es in der Presseaussendung. „Unsere Fans werden ausgeschlossen, obwohl das Derby für die gesamte Region von enormer Bedeutung ist.“

Stimmung kocht – polizei schärft sicherheitskonzept
Die Ablehnung schürt ohnehin schon brisante Stimmung. In sozialen Netzwerken kursieren Hashtags wie #HuescaVerguenza oder #FreeElAlcoraz. Die Regionalregierung Aragoniens reagierte umgehend und kündigte an, zusätzliche Einsatzkräfte bereitzustellen. Denn eines ist klar: Auch ohne offizielles Fanlager wird eine gewisse Anzahl an Zaragoza-Anhängern die 75 Kilometer nach Huesca reisen – nur eben nicht in den dafür vorgesehenen Blöcken.
Bei der SD Huesca hält man dagegen. „Wir haben 15.500 Dauerkarten verkauft, das Stadion fasst 9.100 Zuschauer“, erklärt Marketingchef Luis María Elcarte trocken. „Die Mathematik ist simpel.“ Die Verweigerung sei kein politisches Manöver, sondern reine Kapazitätsfrage. Doch genau diese nüchterne Begründung wirkt auf viele wie ein Schlag ins Gesicht des Sports.

Zahlen, die stutzig machen
Seit dem Wiederaufstieg der SD Huesca in die zweite Liga 2020 wurden bei fünf Derbys insgesamt 482 Gästetickets an Zaragoza vergeben – im Schnitt also gerade einmal 96 pro Spiel. Die jüngste Null-Nummer reiht sich damit in einen Trend: Die Fangrenzen sinken, die Rivalität wächst. Gleichzeitig verlangt Huesca für das Heimspiel Rekordpreise: 70 Euro für Tribüne, 95 Euro für Haupttribüne. Ein Geschäft, das sich die Vereinsbosse nicht durch fremde Anhänger vermiesen lassen wollen.
Für Real Zaragoza bleibt nur die sportliche Antwort. Trainer Lluís Planagumà verspricht: „Wir werden auf dem Platz das sprechen, was man uns im Stadion verweigert.“ Die Spieler haben den Vorfall intern besprochen, Kapitän Fran Gámez kündigte an, das Team werde nach dem Schlusspfiff vor die Nordkurve marschieren – egal, ob dort nur Huesca-Fans stehen.
Der Countdown läuft. Keine Tickets, keine Toleranz, keine gemeinsame Bratwurst auf der Direktorentribüne. Am Sonntag um 16.15 Uhr geht’s los. Dann zählt nur noch der Ball – und der wird rollen, ob mit oder ohne Zaragoza-Ultras in der Anlage. Die SD Huesca hat ihre Absage formuliert, der Real Zaragoza seine Enttäuschung. Jetzt ist das Spielfeld gefragt, sonst bleibt nur ein verlierer: der Sport selbst.
