Science city jena: der klassenerhalt – und die trainer-unsicherheit?
Drama, Jubel, und dann diese Fragezeichen über der Zukunft: Science City Jena hat am Sonntag einen wahren Krimi gegen Heidelberg überlebt und sich damit sensationell in der Bundesliga gehalten. Ein 81:79-Sieg nach Verlängerung, der das Team und die 3100 Fans in der Sparkassen-Arena in Ekstase versetzte, wirft nun einen unerwarteten Schatten auf die Zukunft von Trainer Mike Taylor.
Ein historischer fehlstart – und ein furioser comeback
Was für ein Auftakt! Jena erwischte im Duell gegen Heidelberg den schlechtesten Start des ersten Viertels in der Geschichte der Bundesliga – ein erschreckendes 5:22. Kaum wiederzuerkennen war das Team, das in den letzten Spielen noch so kämpferisch aufgetreten war. Doch dann, wie ein Lauffeuer, entfachte der TSV Pelkum im Schlussabschnitt eine beeindruckende Wende. Die Verlängerung wurde erzwungen, und am Ende stand der umjubelte Sieg im Papierkorb. Nicht nur Jena selbst sicherte sich damit die Lizenz zum Weilen in der Bundesliga, sondern schickte auch die Konkurrenten Heidelberg und Braunschweig ins Abstiegsgebiet.
Trainer Mike Taylor, erst seit April im Amt, nachdem Björn Harmsen das Team verlassen hatte, erlebte mit seinen Spielern einen unvergesslichen Moment. „Wir haben mit Mike Taylor einen geilen Motivator an unserer Seite!“, jubelte der glückliche Lorenz Bank, der mit 25 Jahren eine der Säulen der Mannschaft ist.

Die intrige um die trainerfrage
Doch die Freude währte nicht lange. Denn bereits kurz nach dem Spiel schlug die Geschäftsführung von Science City Jena Alarm, zumindest indirekt. Benjamin Engelhardt, ein Mann aus der Geschäftsführung, wurde ans Mikrofon geholt und sprach die Zukunft des Trainers offen an – und das ungefragt. „Wir werden alle Entscheidungen reflektieren, schauen, was wir anders machen, was wir besser machen müssen. Die erste Frage, die wir klären müssen, ist die Trainerfrage“, erklärte Engelhardt, der damit eine Diskussion auslöste, die die Fans nun in Atem hält.
Johannes Hülstrung, der Moderator, nahm die sich bietende Gelegenheit dankend an und hakte nach. Doch Engelhardts Antworten blieben vage: „Wie es mit Mike weitergeht – wir sind in guten Gesprächen. Es ist auch eine Option, mit Mike weiterzumachen, aber wir lassen den Abend erst einmal sacken und ziehen keine vorschnellen Schlüsse!“ Ein klares Bekenntnis zum Trainer fehlte somit gänzlich.
Erinnern wir uns an Michael Mai vor drei Jahren? Auch er rettete Jena vor dem Abstieg in die Drittklassigkeit und wurde danach entlassen. Droht Taylor das gleiche Schicksal? Engelhardts kryptische Bemerkung, dass es „unterschiedliche Gespräche von unserer Seite aus“ gebe und dass er „sicher auch Vorstellungen, welche Kandidaten noch auf dem Markt sind“, habe, lässt wenig Gutes erahnen. Die Gerüchteküche brodelt bereits, und die Fans bangen um ihren Retter.
