Schweizer frauen dominieren europacup-finale in hafjell
Während Marco Odermatt in Hafjell seinen Traum von der nächsten Kristallkugel begraben musste, schrieben die Schweizer Europacup-Athletinnen an diesem Wochenende ihre eigene Geschichte. Sue Piller gewann den Riesenslalom, Dania Allenbach sicherte sich die Disziplinenwertung – und gleich mehrere Schweizerinnen fuhren in die Top 10. Ein Abschluss, der sich sehen lassen kann.
Piller schlägt nyberg im zweiten lauf
Nach dem ersten Lauf sah es noch nach einem Zweikampf zwischen der Freiburgerin Piller und der Schwedin Sophie Nyberg aus – beide lagen gleichauf auf Rang zwei. Dann kam der zweite Durchgang. Piller drückte auf die Tube, holte drei Zehntel heraus und fuhr damit an Nyberg vorbei. Sieg. Klar, kompromisslos, verdient.
Rang drei ging an Allenbach, die im ersten Lauf noch sechs Hundertstel hinter den beiden Führenden gelegen hatte. Diese Lücke schloss sie nicht nur, sie nutzte den Podestplatz auch als Sprungbrett für etwas Größeres: den Sieg in der Riesenslalom-Disziplinenwertung. Damit hat sie ihren Fixstartplatz für den Weltcup in der kommenden Saison in der Tasche.

Zehnder verliert die führung, bleibt aber sechste
Das Rennen hätte auch anders ausgehen können. Shaienne Zehnder führte nach dem ersten Lauf mit über einer halben Sekunde Vorsprung – ein Polster, das sich im zweiten Durchgang in Luft auflöste. Sie fiel auf Rang vier zurück und beendete die Gesamtwertung auf Platz sechs, hinter Allenbach und vier Italienerinnen. Bitter, aber kein Grund zur Klage: Die Leistung über die ganze Saison war stark genug.
Was das Rennen aus Schweizer Sicht so bemerkenswert macht, ist die Breite. Janine Mächler auf Rang sieben, Simone Wild auf neun, Stefanie Grob auf zehn – das ist keine Einzelleistung, das ist Tiefe im Kader.

Männer holen zwei fixstartplätze – mehr war nicht drin
Bei den Männern lief es bescheidener. Fadri Janutin wurde als bester Schweizer Siebter und setzte sich damit knapp vor Tobias Kastlunger, mit dem er bis zuletzt um einen Fixstartplatz gerungen hatte. Janutin beendet die Saison auf Gesamtrang zwei. Gewonnen hat die Disziplinenwertung Sandro Zurbrügg – und das mit einem elften Platz im Abschlussrennen. Manchmal reicht das Verwalten, wenn man die Arbeit früh genug erledigt hat.
Das Rennen selbst holte sich der Norweger Hans Grahl-Madsen, der mit leisen Hoffnungen auf den Gesamtsieg angereist war. Gesamtsieger wurde Lenz Hächler, der die Saison mit exakt 1000 Punkten abschloss. Eine runde Sache – im wörtlichsten Sinne.
Unterm Strich fahren die Schweizer Männer mit zwei zusätzlichen Fixstartplätzen in die neue Saison. Kein Glanzstück, aber solide Arbeit. Die Frauen hingegen haben dieses Wochenende schlicht geliefert.
