Schweinfurt: abstieg besiegelt – geis schießt klartext

Der Fall ist erledigt: Der 1. FC Schweinfurt 05 ist rechnerisch abgestiegen. Nach der erneuten Niederlage gegen Rot-Weiss Essen lasten bittere Worte und ungeklärte Fragen auf dem Verein. Ein Abgesang auf eine verkorkste Saison, voller Fehler und verpasster Chancen.

Johannes geis: „für die fans tut es mir leid, für die mannschaft nicht“

Johannes Geis, sichtlich frustriert nach dem 1:3 gegen Essen, ließ seiner Enttäuschung freien Lauf. Seine Worte waren unmissverständlich: „Es war irgendwo schon absehbar, aber es schmerzt brutal.“ Er sieht wenig Positives in der Leistung seiner Mannschaft, lobte lediglich die Fans. „Das Einzige, was hier drittligatauglich ist, sind die Fans. Für die tut es mir leid, für die Mannschaft tut es mir nicht leid. Wir haben es absolut verdient.“ Die erneute Niederlage sei nur ein Spiegelbild der gesamten Saison gewesen, geprägt von individuellen Fehlern und mangelnder Konstanz.

Jermaine jones: „wir wussten von vornherein, dass wir absteigen würden“

Jermaine jones: „wir wussten von vornherein, dass wir absteigen würden“

Auch Trainer Jermaine Jones zeigte sich wenig begeistert. Er bestätigte, dass bereits im Vorfeld mit dem Abstieg gerechnet worden sei, kritisierte aber die Art und Weise, wie dieser erfolgte. „Mich regt es auf, wie wir diese Spiele verlieren“, wetterte er. Ein internes Gespräch am Mittwoch soll Klarheit über die zukünftige Ausrichtung des Vereins bringen. „Wir werden uns zusammensetzen und einfach darüber reden. Dafür ist einfach die Zeit reif.“

Die Situation in Schweinfurt ist ernst. Nicht nur der Abstieg steht fest, sondern auch die Frage, wie es für den Verein nach dieser Saison weitergeht. Bleibt Jones an Bord? Welche Spieler werden den Verein verlassen? Und wie sieht die Mannschaft der kommenden Saison aus? Die Antworten auf diese Fragen bleiben vorerst offen.

Der Blick zurück auf die Saison 2023/24 ist schmerzhaft. Mit nur neun Punkten aus 34 Spielen stellte der FCS die schlechteste Hinserie aller Zeiten auf, eine Marke, die zuvor von Freiburg II gehalten wurde. Die 85 Gegentore und 25 Niederlagen sprechen eine deutliche Sprache. Ein düsteres Kapitel in der Vereinsgeschichte geht zu Ende, ein neues, ungewisses Kapitel beginnt.

Johannes Geis, der bereits in der Vergangenheit mit der SpVgg Unterhaching den Abstieg aus der 3. Liga erlebte, mahnte zur Selbstreflexion: „Jeder muss in den Spiegel schauen und für sich das Bestmögliche rausziehen.“ Es gilt, keine weiteren Negativwerte für die Geschichtsbücher zu sammeln. Denn eines ist klar: „Wenn wir uns weiter so präsentieren, dann ist klar, dass es auch nächstes Jahr schwierig wird – egal, wo wir spielen.“