Schröder und die achterbahn: cavs zerlegen dallas – playoff-poker wird heiß

Die Nacht gehörte Evan Mobley, die Stimme danach Dennis Schröder. 29 Punkte in 23 Minuten schraubte der 22-jährige Forward gegen die Mavericks, doch der Weltmeister warnte sofort: „Wir müssen als Team zusammenwachsen, sonst wird das nichts mit dem Long Run.“ 138:105 in Dallas, ein Ergebnis, das wie ein Ausrufezeichen wirkt – und trotzdem nur die halbe Wahrheit über die Cleveland Cavaliers.

Ein sieg, der keiner ist

Seit fünf Spielen pendelt Cleveland zwischen Hoch und Tief: Sieg, Niederlage, Sieg, Niederlage, Sieg. Die Zahlen lesen sich wie ein Roulette-Schema, und genau das nervt Schröder. Acht Punkte, fünf Rebounds, sechs Assists – solide, aber keine Show. „Ich brauche keine Highlights, ich brauche Konstanz“, sagte er nach der Partie beim Sky-Mikro. Die Cavs halten als Vierter im Osten die Playoff-Tür auf, doch die Klinke wird schwerer, je länger die Saison dauert.

Die Revanche folgt sofort: Sonntag, gleiche Halle, gleiche Uhrzeit. Dann kommt Luka Dončić mit Rache im Gepäck nach Ohio. Schröder lacht nicht: „Wenn wir uns nicht gesund halten, spielt die Taktik keine Rolle.“ Die Verletzungsliste ist sein Albtraum. Ein Knöchel, ein Oberschenkel – und die Rotation bricht zusammen wie ein Kartenhaus.

Mobley liefert, schröder lenkt

Mobley liefert, schröder lenkt

Ohne Mobleys Feuerwerk wäre Dallas nie eingebrochen. Der 2,11-Meter-Mann traf 12 von 15 Würfen, verwandelte sogar seine ersten drei Dreier – Saison-Bestwert. Doch Schröder kennt die NBA-Realität: „Ein heißer Tag reicht nicht. Wir brauchen 16 Siege im Frühjahr, nicht nur einen im März.“ Die Cavs haben die drittbeste Offensive der Liga, aber nur Platz zwölf in der Defensive-Rating-Liste. Dort liegt der Hebel, an dem Schröder dreht.

Währenddessen jubelten die New York Knicks ohne deutschen Punkt: Ariel Hukporti blieb in 13 Minuten blass, die Knicks gewannen trotzdem 101:92 bei Indiana. Sie sind Dritter im Osten – und plötzlich ein Maßstab für Cleveland. Schröder blickt auf die Tabelle wie auf eine Warnung: „Wir sind nah dran, aber nah ist im Mai kein Ticket.“

Die nächste Woche entscheidet über das Momentum: Milwaukee wartet, dann Toronto. Schröder packt seine Koffer, seine Stimme klingt wie ein Mantra: „Gesund bleiben, zusammenbleiben, durchbeißen.“ 82 Spiele lang hat die NBA ihren Rhythmus, doch der deutsche Weltmeister weiß: In Wahrheit beginnt die Saison erst, wenn die anderen aufhören zu zählen.